Monatsarchive: Dezember 2012

Steirer wehren sich gegen Glashausfabrik, Aufruf P.E.N.-Club

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2013! Die MuZiKu-Redaktion

TERMINE: Am 26.12. um 14.00 Uhr, ausnahmsweise am

BALLHAUSPLATZ, gibt es die nächste Kundgebung für ein freies Österreich:

Raus aus ESM, Euro, Euratom und EU.
http://www.eu-demo.blogspot.com

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die IG Autorinnen Autoren unterstützt den beiliegenden Aufruf des internationalen und des österreichischen P.E.N. Zusendungen bitte bis Ende Februar 2013 an: info@penclub.at oder Österreichischer P.E.N.-Club, 1010 Wien, Bankgasse 8.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Ruiss
Time to Say: NO!

Im Oktober 2012 wurde in Pakistan die vierzehnjährige Bloggerin Malala Yousafzai auf der Heimfahrt von der Schule in einem Bus von Terroristen der Taliban lebensgefährlich verletzt. Sie hatte in einem Blog über die Lage in dem von den Taliban seit 2007 beherrschten Swat-Tal berichtet, in dem Mädchen systematisch von der Schulbildung ausgeschlossen werden.

Dazu können wir nicht schweigen.

Vielleicht werden Sie sich fragen: Was geht das den PEN-Club an? Abgesehen von der Tatsache, dass wir jegliches Gewaltverbrechen verurteilen, sehen wir diese feige Attacke auch als einen Angriff auf die Freiheit des Wortes an. Ohne Schreiben und Lesen gäbe es keine Buchliteratur, also auch keine „poets, essayists, novelists“, die der PEN in seinem Namen trägt. Es gäbe auch keine Freiheit des Wortes mehr, weil es nicht mehr aufgeschrieben und gelesen werden könnte.

Das Recht auf Bildung ist ein universelles Menschenrecht und ist daher auch Grundlage und Garant für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Beides gilt unabhängig und uneingeschränkt vom jeweiligen natürlichen Geschlecht.

Wir müssen Stellung beziehen. Wir wollen all denen N E I N sagen, die das Recht auf Bildung in Frage stellen, teilweise einschränken oder gar abschaffen wollen.

Schreiben Sie uns Ihre Gedanken in Form von Kurzprosa oder Gedichten und schicken Sie uns diese in der Sprache, in der Sie sich literarisch ausdrücken. Und wenn Sie sich einer außereuropäischen Sprache bedienen wollen, dann verwenden Sie diese. Tragen Sie dazu bei, ein vielstimmiges, vielsprachiges N E I N auszusprechen. Am 8. März 2013, dem Weltfrauentag, werden wir über das Ergebnis unserer weltweiten Kampagne berichten.

Philo Ikonya, Board member of PEN International
Helmuth A. Niederle, Präsident PEN Austria

Die Autorinnen und Autoren stimmen ausdrücklich zu, dass die von ihnen eingesendeten Texte teilweise oder vollständig vom Österreichischen PEN-Club im Rahmen dieser Kampagne veröffentlicht werden dürfen!

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121004_OTS0204/steirer-wehren-sich-gegen-glashausfabrik-in-tourismusregion

Steirer wehren sich gegen Glashausfabrik in Tourismusregion

Bürger, Gemeindepolitiker, Tourismusverband und örtliche Unternehmen wollen kein „Megaprojekt der Gigantomanie und der Hässlichkeit“

Bad Blumau (TP/OTS) – Bürger, Gemeindepolitiker, Tourismusverband,
örtliche Unternehmer und private Aktivisten wehren sich gegen ein
agroindustrielles Großprojekt, mit dem der Landwirtschaftskonzerns
„Frutura“ in der Oststeiermark in großflächigen Glashausanlagen
Tomaten anbauen will.

Agroindustrie passt nicht zu sanftem Tourismus

„Die Region setzt gemäß ihres Leitkonzeptes seit vielen Jahren
erfolgreich auf sanften Tourismus. Agroindustrie ist damit nicht
vereinbar. Der Tourismus würde durch die Industrieanlagen und den
damit verbundenen Schwerverkehr leiden. Die Lebensqualität und die
Grundstückspreise würden sinken. Die Bad Blumauer Heilwasserquelle,
Kern des touristischen Erfolges der Region, ist durch die geplante
industrielle Ausbeutung des Heißwasservorkommens zur Energiegewinnung
gefährdet“, so der Tenor.

Touristikveranstalter warnen

Maria Perl, Leiterin des Tourismusverbandes Bad Blumau, wies
heute, Donnerstag, in einer Aussendung darauf hin, dass die
Ausrichtung auf sanften Tourismus die betroffene Gemeinde Bad Blumau
von der ärmsten Gemeinde Österreichs zu einem wohlhabenden Kurort
gemacht habe. „In Folge der Medienberichterstattung über das geplante
Agroindustrieprojekt liegen uns nun bereits Warnungen von
Touristikveranstaltern vor, dass wir sie unter diesen Bedingungen als
Kunden verlieren würden.“

Heilwasserquelle gefährdet

Robert Rogner, Chef des touristischen Leitbetriebes Rogner Bad
Blumau, erklärte, dass er das Projekt detailliert geprüft und nach
Einsicht aller vorhanden Unterlagen und Konsultierung von Experten
klar abgelehnt habe. „Das Projekt entspricht in der geplanten Form
nicht unseren Grundsätzen der ökologischen und sozialen
Nachhaltigkeit“, sagte Rogner. „Zudem ergab die Begutachtung durch
Experten, dass bei einer Nutzung des unterirdischen Heißwassers im
großen Stil unsere Thermalquelle gefährdet ist. Als Leitbetrieb, der
für 320 Mitarbeiter und ihre Familien verantwortlich ist, haben wir
die Pflicht, darauf hinzuweisen.“ Dass er bereit gewesen sei, das
Projekt zu prüfen, bedeute nicht, dass er je in der jetzt geplanten
Form damit einverstanden gewesen sei, betonte Rogner.

Karl Semmler, Gemeinderat in Bad Blumau, wies darauf hin, dass das
Projekt intransparent sei und dem Gemeinderat niemals in
nachvollziehbarer schriftlicher Form vorgelegt worden sei. „Es gab
lediglich mündliche Informationen und den Besuch eines
Vorzeige-Referenzbetriebes, bei dem Fotos einer rein
agrarindustriellen Produktion aufgenommen wurden. Diese Fotos zeigen
klar, wie Tomaten auf Flies mit Flüssignährdünger zu schnellem
Wachstum gepusht werden. Bis zu 13 Meter lange Stängel der Tomaten
sagen alles.“ Mit „süß, saftig, steirisch“ und bäuerlicher Produktion
habe das jedenfalls nichts mehr zu tun.

„Skandalöse Behandlung von Bürgern“

Auch der in Bierbaum lebende bekannte Internist Herbert Riegler
wehrt sich mit einem „Aufruf zur Verhinderung“ gegen das Projekt.
„Eine 26,8 Hektar große Glashausfabrik bedeutet vierzig Hektar
Gesamtfläche und Belastungen durch Schwerverkehr in der
Tourismusregion. Außerdem ist durch die künstliche Beleuchtung eine
Lichtbelastung in der Nacht zu erwarten.“ Die intransparente
Vorgehensweise bei der Umwandlung eines beschaulichen Ortes in einen
Industriestandort sei Projektbetreibern wie „Frutura“ und „Spar“
unwürdig. Alle Informationen würden nur auf Hörensagen beruhen. Klar
sei bisher nur, dass es sich um ein „Megaprojekt der Gigantomanie und
der Hässlichkeit“ handle. „Wie hier mit Bürgerinnen und Bürgern
umgegangen wird, ist skandalös“, sagte Riegler.

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