Monatsarchive: Januar 2013

Ceija Stojka – eine mutige Frau ist von uns gegangen

Wir zitieren einen aktuellen Nachruf des ORF:

http://wien.orf.at/news/stories/2569130/

Ceija Stojka verstorben

Die Malerin und Schriftstellerin Ceija Stojka ist im 80. Lebensjahr verstorben. Stojka hatte als Kind drei Konzentrationslager überlebt und machte als eine der ersten auf das Schicksal der Roma in der Zeit des Nationalsozialismus aufmerksam.

„Ich habe zum Stift gegriffen, weil ich mich öffnen musste, schreien“, erklärte die Malerin, Sängerin und Autorin 2004 bei einer Ausstellung im Jüdischen Museum ihren Antrieb. Geboren wurde die Künstlerin am 23. Mai 1933 in der Steiermark als Kind von fahrenden Rom-Lowara aus dem Burgenland.

In der Zeit von 1941 bis 1945 war Stojka in den Konzentrationslagern Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen interniert, die sie mit ihrer Mutter und vier Geschwistern als einzige Mitglieder einer 200 Personen zählenden Großfamilie überlebte.

Erinnerungsband 1988 veröffenlticht

Ihre Erlebnisse brachte Stojka erstmals für den 1988 veröffentlichten Erinnerungsband „Wir leben im Verborgenen“ zu Papier, 1992 folgte die Fortsetzung „Reisende auf dieser Welt“. Aber nicht nur in Worten, auch in ihren Bildern drückte Stojka die Gräuel des Nationalsozialismus aus, sieht man sich auf „Die Finsternis von Bergen-Belsen“ oder anderen Werken immer wieder mit Szenarien aus dem Leben im KZ konfrontiert.

Vor der Internierung in den Lagern fuhr Stojka mit ihren Eltern durch das Land, zu einer Zeit, bevor die „braune Soß’“ Europa überschwemmte, wie sie im nach ihr benannten filmischen Porträt von Karin Berger (2001) erzählt. Auch die Zeit nach dem Krieg ist hier Thema, als sie sich etwa die Haare blond färbte, um bessere Jobaussichten zu haben: „Man hat so große Angst gehabt vor dunklen Menschen.“

Bücher werden neu aufgelegt

Anlässlich des 80. Geburtstags, den die Künstlerin im Mai gefeiert hätte, erscheinen im Wiener Picus Verlag „Aufzeichnungen einer Romni zwischen den Welten“, wie der Untertitel zur Neuauflage ihrer beiden Erinnerungsbücher lautet, die erstmals in einem Band erhältlich sind.

„Dieses Buch wirkte wie ein Initialfunke in einer gesellschaftlichen Situation, in der sich ein Teil der österreichischen Bevölkerung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zu konfrontieren begann“, schreibt Karin Berger im Vorwort. „Ihre Worte und ihre Persönlichkeit haben bei vielen Menschen Sichtweisen verändert, haben einen Anstoß gegeben, neues Wissen aufzunehmen und Vorurteile abzubauen.“

Zahlreiche Auszeichnungen

Stojka war Trägerin zahlreicher Preise, darunter des Bruno Kreisky-Preises für das politische Buch (1993), des Goldenen Verdienstkreuzes des Landes Wien (2001), der Humanitätsmedaille der Stadt Linz (2004), des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Oberösterreich (2005) und des Fernsehpreises der Erwachsenenbildung (2006). 2009 wurde sie mit dem Berufstitel Professorin ausgezeichnet.

„Große Persönlichkeit und Künstlerin“

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) würdigte Ceija Stojka als „große Persönlichkeit und Künstlerin, die wesentlich zum Selbstbewusstsein der Roma, Sinti und Lowara beitrug“. „Ihre Kraft und ihr Wille, das Vergangene für die Nachwelt festzuhalten, ist für unser Land ein wichtiges, ein sorgsam zu pflegendes Vermächtnis“, so Mailath-Pokorny in einer Aussendung.

Für Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat Ceija Stojka „unschätzbares für die Volksgruppe der österreichischen (Lovara-)Roma geleistet“. „Ceija Stojka war überzeugt, dass ein friedlicheres Zusammenleben nur durch ständigen Dialog und Kenntnis der Geschichte erreicht werden kann“, meinte Schmied.

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Mutige Arbeit über Crowdfunding and Peer-to-Peer-Lending

Verbeugung vor Klaus Maria Brandauer für den Mut, den österreichischen Forscher Wilhelm Reich im gleichnamigen Film Wilhelm Reich, der jetzt in guten Kinos läuft, zu verkörpern. MUZIKU

Master Thesis erregt als Fachbuch Aufsehen

Der Hartberger Robert Koch (Vertriebsleiter der Volksbank Süd-Oststeiermark) beendete im September sein Master-Studium an der Donauuniversität Krems mit Auszeichnung.

Master Thesis

Als Thema seiner Master Thesis wählte er ein die neuen Finanzierungsmöglichkeiten rund um Crowdfunding, Crowdinvesting und Peer-to-Peer-Lending. Diese Finanzierungsformen, welche sich durch den Aufstieg von sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter wachsender Beliebtheit erfreuen, bieten Unternehmen wie Privatpersonen die Möglichkeit, Finanzierungen über Onlineplattformen ohne Einbindung von Banken abzuwickeln.
Trotz der Tatsache, dass dieses Thema seinem ursprünglichen Beruf widerspricht, versuchte er, durch Expertenbefragung und Interviews von über 30 internationalen Plattformen (darunter neben Plattformen aus Deutschland und der Schweiz einige aus China, Indien, Estland, Schweden und den USA) ein Geschäftsmodell einer solchen Plattform für eine österreichische Genossenschaftsbank zu entwickeln.

Buchprojekt mit deutschem Institut

Durch diesen innovativen Zugang wurde das deutsche Institut IKOSOM (Institut für Kommunikation in sozialen Medien) auf den Autor aufmerksam und veröffentlichte die Master Thesis in ihrer Studienreihe zu diesen neuen Finanzierungsformen.
Das Buch ist unter der ISBN-Nr. 978-3844237603 in jeder guten Buchhandlung oder unter http://bit.ly/verlag sowie direkt beim Autor erhältlich.

Proteste in Indien

Occupy Vienna schreibt auf Facebook:

Die Proteste in Indien wegen der Vergewaltigungen hielten den ganzen Dezember an ~ Diese Proteste zeigen einen Wandel in der Bevölkerung dieses riesigen Landes an, in dem Frauen (im Durchschnitt) noch immer weniger gelten.

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Protests across India continued.

Passers-by left a gang-raped Indian student lying unclothed and bleeding in the street for almost an hour, a male friend who was assaulted with her said in his first public comments on the case that provoked a global outcry.

The 23-year-old student died in hospital two weeks after she was attacked on Dec. 16 in a private bus in New Delhi, prompting street protests over the Indian authorities’ failure to stem rampant violence against women.

The graphic account from the man in a television interview is likely to add fuel to public anger over the death in a country where official statistics show one rape is reported every 20 minutes.

The woman’s friend told the Zee News television network he was beaten unconscious with a metal bar by her attackers before the pair were thrown off the bus.

They lay in the street for 45 minutes before a police van arrived and officers then spent a long time arguing about where to take them, the man said.

“We kept shouting at the police, ’please give us some clothes’ but they were busy deciding which police station our case should be registered at,” the man said in Hindi.

Weitergabe eines Aufrufs von Assange

Die folgende Information möchten wir einfach so weitergeben wie wir sie heute erhalten haben.

Aufruf von Julian Assange / Wikileaks:

“Steht auf und handelt – Jetzt!”

http://lupocattivoblog.com/2012/12/27/julian-assange-wikileaks-steht-auf-und-handelt-jetzt/

Julian Assange / Wikileaks: “Steht auf und handelt – Jetzt!”

Geschrieben von Maria Lourdes – 27/12/2012

luftpost-kl.de veröffentlichte eine Übersetzung des Appells, den Julian Assange vor Weihnachten an die Weltöffentlichkeit gerichtet hat. Niederschrift seiner unter nachstehendem Link hier nicht aufzurufenden Video-Botschaft –Information Clearing House, 20.12.12

Vor sechs Monaten oder genau 185 Tagen wurde ich in diesem Gebäude aufgenommen. Es ist zu meiner Wohnung, meinem Büro und meiner Zuflucht geworden. Dank der prinzipienfesten Haltung der ecuadorianischen Regierung und der Unterstützung des Volkes von Ecuador bin ich in dieser Botschaft in Sicherheit und kann von hier aus frei reden. 

Seit ich hier bin, haben jeden Tag Menschen aus eurer Mitte vor dieser Botschaft Wache gehalten – bei jedem Wetter. An jedem einzelnen Tag, seit ich im Sommer hierher kam. Und jetzt ist Winter.

Diese Solidarität hat mich in meinem Tun bestärkt, und ich bin den Menschen, die auf der ganzen Welt die Arbeit von WikiLeaks unterstützen, sehr dankbar dafür; sie schützen damit die Redefreiheit, die Pressefreiheit und andere wesentliche Elemente der Demokratie. 

Obwohl meine Freiheit eingeschränkt ist, kann ich vor diesem Weihnachtsfest zu euch sprechen – 232 Journalisten, die zur Zeit in Gefängnissen festgehalten werden, können das nicht:

  • der in Schweden verfolgte  Godfried Svartholm (der die Website The Pirate Bay betrieben hat kann das nicht,
  • der in New York eingesperrte  Jeremy Hammond kann das nicht,
  • der in Bahrain eingesperrte  Nabeel Rajab kann das nicht,
  • auch Bradley Manning, ein junger Mann, der in dieser Woche 25 Jahre alt wird und seine Würde bewahrt hat, obwohl er schon mehr als 10 Prozent seines bisherigen Lebens in Gefängnissen verbracht hat und teilweise nackt und ohne Brille in einen Käfig eingesperrt war, kann das nicht,

und noch viele andere, die wie ich verfolgt werden, können das ebenfalls nicht.

Ich grüße diese tapferen Männer und Frauen. Und ich grüße all jene Journalisten und Publikationen, die mit ihren Artikeln darüber informieren, was den Verfolgten angetan wird, die trotz Einschüchterung und Strafverfolgung die Wahrheit verbreiten und den Journalismus und die Aufklärungspflicht der Medien ernst nehmen.

  • Von der Verbreitung der Wahrheit hängt alles andere ab.
  • Nur mit festen Steinen können wir hohe Häuser errichten.
  • Und unsere Zivilisation bleibt nur erhalten, wenn die Ideen, auf denen sie ruht, wahr sind.

Wenn korrupte Firmen unsere Häuser bauen, wenn der Zement mit Erde gestreckt und wenn hochwertiger Baustahl durch Alteisen ersetzt wird, können die Gebäude nicht so stabil werden, dass wir sicher darin leben können. Und wenn unsere Medien korrupt bleiben, wenn sich unsere Akademiker auch weiterhin einschüchtern lassen, wenn unsere Geschichte durch immer neue Halbwahrheiten und Lügen verfälscht wird, kann unsere Zivilisation nicht überleben. Dann wird sie untergehen.

Unsere Gesellschaft lebt in intellektuellen Slums. Unsere Ansichten über unsere Welt und unser Miteinander hat uns das gleiche System vermittelt, das uns immer wieder in Kriege gelogen und Millionen Menschen damit umgebracht hat. Man kann keine Wolkenkratzer aus Plastilin bauen. Und eine Zivilisation, in der es gerecht zugehen soll, kann nicht auf Ignoranz und Lügen aufgebaut sein.

Wir müssen einander erziehen. Wir müssen diejenigen feiern, die uns die Wahrheit offenbaren, und diejenigen verurteilen, die unsere Fähigkeit vergiften, die Welt in der wir leben, auch zu begreifen. Die Qualität unsere Gespräche untereinander entscheidet über den Fortbestand unserer Zivilisation. Die heutige Generation kann sich auf ihre eigenen Füße stellen und ihre Weltsicht revolutionieren.

Zum ersten Mal in der Geschichte können die am stärksten von der Geschichte Betroffenen auch deren Macher sein. Nicht nur die Arbeit von Journalisten und Publizisten spricht für sich selbst, das tut auch jede andere Arbeit und jedes Kriegsverbrechen.

Ich grüße alle, die erkannt haben, dass die Presse- und Informationsfreiheit, die in der  Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und vom 1. Zusatzartikel zur US-Verfassung garantiert werden – in Gefahr sind und deshalb verteidigt werden müssen – wie niemals zuvor. WikiLeaks wird ständig von Strafverfolgungsbehörden beobachtet; Ecuador und andere Regierungen in Lateinamerika haben erkannt, dass mein Leben und meine Arbeit deshalb gefährdet sind.

Das Asyl wurde mir nicht aus einer Laune heraus, sondern aus guten Gründen gewährt.

Dass ich von der US-Regierung verfolgt werde, ist durch beeidete Aussagen vor US-Gerichten belegt und wurde vom US-Justizministerium und vom Bezirksstaatsanwalt von Virginia bestätigt. Über seine Vorladungen wird vor Gerichten gestritten. Das Pentagon hat seine Drohungen gegen mich im September wiederholt und behauptet, die bloße Existenz von WikiLeaks sei bereits ein Verbrechen.

Meine Arbeit ist nicht gefährdet. Aber weil dieses unberechtigte Verfahren gegen mich weitergeht und weil die australische Regierung mein journalistisches Anliegen und die Veröffentlichungen von WikiLeaks nicht stützt, muss ich hier bleiben. Die Tür zu mir war und ist jedoch immer offen – für alle, die mit mir sprechen wollen. Wie die meisten von Ihnen bin ich bisher noch nicht wegen eines Verbrechens angeklagt worden. Wenn korrupte Journalisten etwas Anderes behaupten, dann stimmt das nicht. Auf der Website  www.justice4assange.com könnt ihr euch über die Faktenlage informieren. Helft mit, dass die Welt die Wahrheit erfährt.

Trotz aller Einschränkungen, trotz der gerichtlich verfügten Sperrung der WikiLeaks- Konten, die so illegal ist wie das Embargo gegen Kuba, trotz einer beispiellosen Kampagne der Strafverfolgungsbehörden, die WikiLeaks zerstören wollen, war 2012 ein sehr erfolgreiches Jahr für uns.

  • Wir haben fast eine Million Dokumente veröffentlicht, mit wichtigen Enthüllungen zu den Ereignissen in Syrien.
  • Wir haben massenhafte staatliche Überwachungsmaßnahmen entlarvt und Hunderttausende von Dokumenten privater Nachrichtendienste veröffentlicht.
  • Wir haben Informationen über die Behandlung von Häftlingen in der Guantánamo Bay und anderswo verbreitet.
  • Wir haben uns vor Gerichten und vor dem Europa-Parlament erfolgreich gegen die  Blockadepolitik zur Wehr gesetzt.

Nach einem zweijährigen Kampf konnten wir erreichen, dass Zuwendungen an WikiLeaks, die bisher nirgendwo steuerabzugsfähig waren, das jetzt in der gesamten Europäischen Union und in den USA sind. Erst letzte Woche konnte WikiLeaks äußerst wichtige Informationen darüber veröffentlichen, was wirklich mit El Masri, einem unschuldigen Europäer passiert ist, den die CIA kidnappen und foltern ließ. (s. hier und hier).

Auch im nächsten Jahr werden wir wieder viel zu tun haben. WikiLeaks liegen bereits mehr als eine Million Dokumente zur Veröffentlichung vor, Dokumente, die jeden Staat der Welt – dieser Welt – betreffen. Und in Australien wird ein nicht gewählter Senator durch denjenigen ersetzt werden, der wirklich gewählt wurde.

Auch 2013 werden wir uns gegen unsere Verfolger wehren. Die ecuadorianische Regierung und andere Regierungen Lateinamerikas haben gezeigt, wie man sich durch die Verteidigung gemeinsamer Werte auch gegen Unterdrücker zur Wehr und durchsetzen kann. Diese Regierungen bedrohen niemanden, greifen keine anderen Länder an und setzen auch keine Drohnen ein. Aber gemeinsam sind sie stark und unabhängig.

Die aus Hilflosigkeit erwachsenen Aufrufe Washingtons, Wirtschaftssanktionen gegen Ecuador zu verhängen, weil dieses Land sich für meine Rechte einsetzt, sind unangebracht und töricht. Präsident Correa hat richtig darauf geantwortet “Die Prinzipien Ecuadors stehen nicht zum Verkauf.” Gemeinsam müssen wir das mutige Volk von Ecuador vor Einmischung in seine Wirtschaft und vor Einmischung in seine im nächsten Jahr stattfindenden Wahlen schützen.

Die Macht von Menschen, die widersprechen und sich gemeinsam widersetzen, erschreckt alle korrupten undemokratischen Machthaber. Auch die Regierungen westlicher Staaten betrachten ihre Bürger inzwischen als Feinde, die überwacht, kontrolliert und in die Armut getrieben werden müssen.

Wahre Demokratie ist weder im Weißen Haus noch (in der australischen Hauptstadt) Canberra zu finden. Wahre Demokratie entsteht durch den Widerstand von Menschen, die sich vom Tahrir-Platz (in Kairo) bis nach London mit der Wahrheit gegen die vielen Lügen zur Wehr setzen. Jeden Tag lehren uns einfache Menschen, dass Demokratie durch Rede- und Meinungsfreiheit entsteht.

Wenn wir, das Volk, aufhören zu widersprechen und uns zu widersetzen, sind wir leicht zu spalten und ruhigzustellen, und sobald wir uns von einander abwenden, sind wir nicht mehr frei. Denn wahre Demokratie entsteht nur aus unserem gemeinsamen Widerstand.

 

Wenn ihr euch nicht wehrt, gebt ihr auf, was euch zu Menschen macht – eure Entscheidungsfreiheit, eure Unabhängigkeit und sogar euer Gefühl für das, was richtig und was falsch ist. Mit anderen Worten, ohne es zu wollen, werdet ihr passiv, unterwürfig und unfähig, euch und alle, die ihr liebt, zu verteidigen.

Oft werde ich gefragt: “Was kann ich tun?” Die Antwort ist nicht besonders schwierig.

Lernt, wie die Welt funktioniert! Hinterfragt Behauptungen, Handlungen und Absichten derjenigen, die euch hinter der Maske der Demokratie oder Monarchie zu kontrollieren versuchen! Schließt euch zusammen, um gemeinsam eure Zukunft zu entwerfen, zu planen, aufzubauen, finanziell abzusichern und zu verteidigen!

Lernt aus Erfahrung, steht auf und handelt! Jetzt!

Übersetzung:  Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

 

Stöckl am Samstag – Mutbürger statt Wutbürger

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom….

 

http://www.youtube.com/watch?v=fY8Pyjt7C80&feature=youtu.be

Veröffentlicht am 04.04.2012

Mutbürger – Keine Angst vor Widerstand:

Seit den „Occupy-Wallstreet“-Bewegungen sind wütende Menschen, die auf der Straße laut ihren Unmut kundtun oder ganze Stadtteile blockieren, keine Seltenheit mehr. Was früher einigen wenigen „Spinnern“ vorbehalten war, hat sich fast zur neuen Kultur entwickelt, deren Credo lautet: sich wehren und Widerstand leisten. Doch was treibt Menschen an, sich für etwas zu engagieren? Und kann der Einzelne wirklich etwas erreichen?

Für den Philosophen Eugen Maria Schulak ist es Zeit, aus dem Hamsterrad zu entfliehen! Gemeinsam mit Rahim Taghizadegan fordert er im jüngst veröffentlichten Lebensratgeber „Vom Systemtrottel zum Wutbürger“ die Menschheit auf, sich des eigenen Verstandes zu bedienen und nicht länger ein Rädchen im System zu bleiben. „Die Menschen fühlen sich gegängelt, unfrei und sind unzufrieden mit ihren Jobs, fühlen sich für ihr Leid nicht ausgereichend entschädigt. Meist gehen sie aber nicht so weit, im eigenen Fehlverhalten die Ursachen zu sehen!“, so der Leiter des Instituts für Wertewirtschaft in Wien. Wie jeder einzelne etwas verändern kann und warum Eugen Schulak nichts von politischem Aktivismus hält, erzählt er in „Stöckl am Samstag“.

Ihre erste erfolgreiche Bürgerinitiative startete Herta Wessely 1990. Damals packte sie der blanke Zorn, als die kleine Grünfläche vor ihrem Wohnhaus verbaut werden sollte. Also schnappte sie sich einen Tisch und einen Sessel, stellte sie auf den Gehsteig vor dem kleinen Park und begann Unterschriften gegen die Verbauung des Grundstückes zu sammeln. Eine Aktion, die anfangs hoffnungslos schien, doch die vierfache Mutter konnte die Politiker schließlich zum Einlenken bewegen. Der Park blieb bestehen, genauso ihr Engagement. Heute unterstützt Herta Wessely als Obfrau der „Aktion 21“ andere Bürger bei der Durchsetzung ihrer Anliegen. Warum es der Pensionistin bei ihrer Arbeit nicht vorrangig um die Verbesserung ihres eigenen Lebens, sondern vor allem die Zukunft ihrer Kinder und Enkel geht und woher sie die Kraft für ihr unermüdliches Engagement nimmt, verrät Herta Wessely in „Stöckl am Samstag“.

Als er sich vor 25 Jahren gegen den Straßenlärm im Inntal zu engagieren begann, wusste Fritz Gurgiser noch nicht, welche zentrale Rolle das Thema Transit in seinem Leben einnehmen würde. Seither kämpft der Gründer des „“ransitforum Austria-Tirol“ unter anderem mit Bürgerversammlungen auf der Brennerautobahn unermüdlich gegen den stetig wachsenden Transit und für die Gesundheit der Menschen in Tirol: „Mir ist das kein Anliegen aus politischen Motiven, sondern ein persönliches. Ich mag dieses Land, ich lebe in diesem Land und da hat man auch eine Verantwortung etwas zu tun. Ich bin da verwurzelt und das ist mein Beitrag.“ Woher er die Kraft für den Jahrzentelangen Kampf gegen Windmühlen hernimmt und was einen Mutbürger ausmacht, wird er bei Barbara Stöckl erzählen.

„So und jetzt reicht’s“, sagte sich Gabriele Schön, als sie wieder einmal die ganze Nacht am Fenster stand und nicht schlafen konnte. Das laute Treiben auf der Straße ließ ihr keine Ruhe. Die resolute Yogalehrerin wohnt mitten im (ehemaligen) Rotlichtviertel, der Wiener Felberstraße. Das Thema „Prostitution“ wird für die zweifache Mutter ungewollt zum Lebensmittelpunkt. Als sie vor 12 Jahren in diese Gegend zieht, stören sie die Sexarbeiterinnen nicht, doch das ändert sich. Die Mutter von zwei Buben fühlt sich mit der Zeit in ihrem Lebensraum massiv eingeschränkt. Lange staut sich die Wut, bis sie sich entscheidet für ihre persönliche Grenze und ihre Umgebung zu kämpfen.