Stöckl am Samstag – Mutbürger statt Wutbürger

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom….

 

http://www.youtube.com/watch?v=fY8Pyjt7C80&feature=youtu.be

Veröffentlicht am 04.04.2012

Mutbürger – Keine Angst vor Widerstand:

Seit den „Occupy-Wallstreet“-Bewegungen sind wütende Menschen, die auf der Straße laut ihren Unmut kundtun oder ganze Stadtteile blockieren, keine Seltenheit mehr. Was früher einigen wenigen „Spinnern“ vorbehalten war, hat sich fast zur neuen Kultur entwickelt, deren Credo lautet: sich wehren und Widerstand leisten. Doch was treibt Menschen an, sich für etwas zu engagieren? Und kann der Einzelne wirklich etwas erreichen?

Für den Philosophen Eugen Maria Schulak ist es Zeit, aus dem Hamsterrad zu entfliehen! Gemeinsam mit Rahim Taghizadegan fordert er im jüngst veröffentlichten Lebensratgeber „Vom Systemtrottel zum Wutbürger“ die Menschheit auf, sich des eigenen Verstandes zu bedienen und nicht länger ein Rädchen im System zu bleiben. „Die Menschen fühlen sich gegängelt, unfrei und sind unzufrieden mit ihren Jobs, fühlen sich für ihr Leid nicht ausgereichend entschädigt. Meist gehen sie aber nicht so weit, im eigenen Fehlverhalten die Ursachen zu sehen!“, so der Leiter des Instituts für Wertewirtschaft in Wien. Wie jeder einzelne etwas verändern kann und warum Eugen Schulak nichts von politischem Aktivismus hält, erzählt er in „Stöckl am Samstag“.

Ihre erste erfolgreiche Bürgerinitiative startete Herta Wessely 1990. Damals packte sie der blanke Zorn, als die kleine Grünfläche vor ihrem Wohnhaus verbaut werden sollte. Also schnappte sie sich einen Tisch und einen Sessel, stellte sie auf den Gehsteig vor dem kleinen Park und begann Unterschriften gegen die Verbauung des Grundstückes zu sammeln. Eine Aktion, die anfangs hoffnungslos schien, doch die vierfache Mutter konnte die Politiker schließlich zum Einlenken bewegen. Der Park blieb bestehen, genauso ihr Engagement. Heute unterstützt Herta Wessely als Obfrau der „Aktion 21“ andere Bürger bei der Durchsetzung ihrer Anliegen. Warum es der Pensionistin bei ihrer Arbeit nicht vorrangig um die Verbesserung ihres eigenen Lebens, sondern vor allem die Zukunft ihrer Kinder und Enkel geht und woher sie die Kraft für ihr unermüdliches Engagement nimmt, verrät Herta Wessely in „Stöckl am Samstag“.

Als er sich vor 25 Jahren gegen den Straßenlärm im Inntal zu engagieren begann, wusste Fritz Gurgiser noch nicht, welche zentrale Rolle das Thema Transit in seinem Leben einnehmen würde. Seither kämpft der Gründer des „“ransitforum Austria-Tirol“ unter anderem mit Bürgerversammlungen auf der Brennerautobahn unermüdlich gegen den stetig wachsenden Transit und für die Gesundheit der Menschen in Tirol: „Mir ist das kein Anliegen aus politischen Motiven, sondern ein persönliches. Ich mag dieses Land, ich lebe in diesem Land und da hat man auch eine Verantwortung etwas zu tun. Ich bin da verwurzelt und das ist mein Beitrag.“ Woher er die Kraft für den Jahrzentelangen Kampf gegen Windmühlen hernimmt und was einen Mutbürger ausmacht, wird er bei Barbara Stöckl erzählen.

„So und jetzt reicht’s“, sagte sich Gabriele Schön, als sie wieder einmal die ganze Nacht am Fenster stand und nicht schlafen konnte. Das laute Treiben auf der Straße ließ ihr keine Ruhe. Die resolute Yogalehrerin wohnt mitten im (ehemaligen) Rotlichtviertel, der Wiener Felberstraße. Das Thema „Prostitution“ wird für die zweifache Mutter ungewollt zum Lebensmittelpunkt. Als sie vor 12 Jahren in diese Gegend zieht, stören sie die Sexarbeiterinnen nicht, doch das ändert sich. Die Mutter von zwei Buben fühlt sich mit der Zeit in ihrem Lebensraum massiv eingeschränkt. Lange staut sich die Wut, bis sie sich entscheidet für ihre persönliche Grenze und ihre Umgebung zu kämpfen.

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