Kategorie-Archiv: Engagement

Kultursituation in Ungarn

Kampf um künstlerische Freiheit in Ungarn

 

Humanitäre Hilfe für ungarische Künstler in Not

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ESM-Vertrag sittenwidrig

Die Namen sind der MUZIKU-Redaktion bekannt.

Nachdem … mit gutem Beispiel voran geht… möchten vielleicht noch weitere etwas unternehmen?

LG …

Betreff:    ESM- Entscheidung am 12.9.2012
Datum:    Tue, 24 Jul 2012 17:15:04 +0200
Von:    …
An:    bverfg@bundesverfassungsgericht.de

Sehr verehrte Damen und Herren des Bundesverfassungsgerichts!

Als verantwortungsbewußter und sein Land liebender Bürger bitte ich Sie hiermit inständig
sowohl um Klarheit Ihres Verstandes, als auch das Gefühl Ihres Bauches und das Gehör Ihres Herzens:

Das Grundgesetz muß ÜBER allem Kalkül und Geschacher stehen bleiben,
es ist die unabhängige Basis unseres gesamten Staates
und darf nicht der Willkür dubioser, nebulöser „Märkte“ geopfert werden.

Die schrittweise Aufweichung je nach Opportunität ist quasi die
„Rolltreppe zur Hölle“, die sich niemand leisten kann.

Die im ESM- Vertrag angekündigten Forderungen – in unbeschränkter Höhe/auf unbeschränkte Zeit/ unwiderruflich und sogar
innerhalb von 7 Tagen –
werden von allen europäischen Bürgern zu tragen sein, EGAL, OB IN EURO, NEUEN D-MARK ODER KAURIMUSCHELN !

Dieses Vertragsmodell ist eindeutig und absolut SITTENWIDRIG und kann
unter keinen Umständen legitimiert werden!
Wer dieses Papier zu unterzeichnen bereit ist, kann es nicht gelesen haben!

Auch die ständig überall publizierte Bezeichnung des ESM als „Dauerhaften Rettungsschirm“ ist so zutreffend
wie die Gleichsetzung eines hübschen Goldarmbandes mit dem Eisenring am Fuß für den lebenslangen Ruderer in einer Galeere !

Bitte walten Sie Ihres Amtes mithilfe Ihres Gewissens und verweigern Sie diesem geplanten Unrecht die Rechtmäßigkeit !

Ich danke Ihnen!

Mit bestem Gruß,

Auch das verlangt gehörig Mut – DRUG PEACE MARCH, Wien

Hallo liebe Legalisierer und liebe Legalisiererinnen !

Für alle die es noch nicht wissen:

Kommende Woche findet in Wien wieder die UNO-Drogen-Konferenz statt.
Im Rahmen der Konferenz beschließen Vertreter der verschiedenen
Staaten die weitere weltweite Vorgangsweise in Sachen Drogenpolitik.
Aus unserer Sicht ist diese Politik gescheitert, denn aus dem Titel
der Prohibition und der Illegalität entstehen mehr Probleme, als aus
den durch die Gesetze verbotenen Substanzen.

Der Verein Legalize! Österreich und ENCOD rufen im Rahmen dieser
Konferenz zum DRUG PEACE MARCH 2012 auf, der heuer von der
Piratenpartei Wien organisiert wird.

Treffpunkt ist am Samstag, 10.3.2012 um 13:00 Uhr am Schwedenplatz!

Die Route führt über den Praterstern zum Vienna International Center
der Vereinten Nationen. Die Demonstration wird von Fahrzeugen
begleitet und es finden auch entsprechende Kundgebungen zum Thema
statt.

Wir freuen uns über Eure Unterstützung um auch international ein
entsprechendes Zeichen zu setzen.

Liebe Grüsse

Andreas Holy
www.legalisieren.at
www.facebook.com/legalize.austria

Aussendung zu http://www.verwaltungsreform-jetzt.at
Volksbegehren 2.0 im Internet – schaffen wir uns die Vernunftpolitik selbst!

Pilotprojekt: Wir wollen beweisen, dass „Volksbegehren im Internet“ notwendig sind!

E-Mail zum „Immer-weiter-leiten“ an alle, die die private, parteifreie Initiativewww.verwaltungsreform-jetzt.at eventuell noch nicht kennen oder noch nicht unterschrieben haben. Oder die einfach zu diesem Thema etwas Zündendes zum Weiterempfehlen brauchen können. Jeder und jede kann sich bekanntlich (offen oder verdeckt) auf der Webseite eintragen und dieses E-Mail weiterleiten. Bitte die Jugend nicht vergessen! Einfach auf „Weiterleiten“ klicken, Adressen eintragen und „Senden“.

7. März 2012: Zum „Sparpaket“

1) Wir wissen also spätestens jetzt, dass die Strukturreformen, die Österreich in die Lage versetzen würden, im globalen Wettbewerb ein Land mit guten Löhnen und Sozialstandards zu bleiben, trotz der gegebenen Riesenchance wieder nicht angegangen worden sind.

2) Wir wissen auch, warum: weil die Gewohnheitspolitiker damit ihre Macht- und Pfründebasis  aufgeben würden. So wie sie gebaut sind und so wie das parteipolitische Krakensystem sie einschnürt, können sie das nicht, selbst wenn es einzelne wollten.

3) Somit müssen wir die Konsequenz ziehen: Das Volk muss sich in Massen klar artikulieren und seine Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Und zwar außerhalb von Wahlen, jetzt! Das muss eine überparteiliche Massenbewegung werden, denn die Parteien gleichen einander darin wie ein Ei dem anderen (s. Kärntner Parteienfinanzierungsbeschluss mitten im Wahlkampf – von allen Parteien   mitgetragen). Die Politiker müssen beginnen, sich vor den Konsequenzen existenziell zu fürchten!

4) Dazu ist das Internet ideal, auch für Menschen, die sich sonst wenig damit beschäftigen. Das nützt unser Internet-Volksbegehren 2.0 http://www.verwaltungsreform-jetzt.at (bisher 14.000 Unterstützer)

5) Wenn das schon zu viel verlangt ist zur Rettung unserer Zukunft, dann verdienen wir’s nicht anders. Aber was kann die Jugend, die zukünftige Generation dafür, die unseren Schuldenwahnsinn ausbaden muss?? Kaum mehr Pensionen, Mangelstaat mit hohen Steuern etc.? Es ist moralische Pflicht der Älteren + Notwendigkeit für die Jungen: die Politik zur Ordnung im Staatshaushalt zwingen. Sie kann’s nicht allein!

6) Das ist doch nicht zu viel verlangt?! Wir selbst haben es in der Hand! Also bitte im Schneeballsystem mitmachen: Dieses Mail an alle Bekannten dringend + persönlicher Empfehlung einfach weiterleiten! Und sich selbst auf der Webseite http://www.verwaltungsreform-jetzt.at eintragen, wenn das noch nicht erfolgt ist! Es ist fünf vor zwölf – und wir können den Abstieg Österreichs noch vermeiden!

Lassen Sie unser aller Zukunft nicht im Stich!

Ihr unermüdlicher, sehr besorgter
Mag. Wolfgang Bauer, Verantwortlicher http://www.verwaltungsreform-jetzt.at

PS: Technische Bitte: Falls der Text nach einigen Weiterleit-Durchgängen nicht mehr gut lesbar sein sollte (z.B. fehlende Absätze u.ä.), bitte richten Sie den Text im „Weiterleiten-Modus“ vor dem Senden wieder her. Danke!

Wenn Sie diese E-Mail (an: lscheidl@chello.at) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Medieninhaber, Herausgeber und Herstellungsort
Mag. Wolfgang Bauer
Gersthoferstraße 96
1180 Wien
eMail: kontakt@verwaltungsreform-jetzt.at

Impressum: http://www.verwaltungsreform-jetzt.at/impressum.php


Die Zivile Koalition ist ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für mehr zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland einsetzen. Gemeinsam treten wir für Reformen ein, die die Menschen in Deutschland wirklich wollen und brauchen.

Die Zivile Koalition ist eine wirtschaftlich unabhängige, überparteiliche, nicht-staatliche Organisation, die den vielen engagierten Einzelnen aus der Zivilgesellschaft eine gemeinsame Stimme gibt und die Interessen der Bürger in der Politik vertritt.

Gemeinsam mit dem Institut für strategische Studien Berlin e.V. (ISSB) gibt der Verein Zivile Koalition e.V. die Internet- und Blogzeitung FreieWelt.net sowie das Initiativenportal Abgeordneten-Check.de heraus. Die Initiative Echte Reformen jetzt sowie die Initiative Familienschutz sind Initiativen der Zivilen Koalition.

Deutschland steht an einer entscheidenden Wegmarke. Die Zivile Koalition wirbt um das von den Parteien verspielte Vertrauen der Menschen und appelliert an den Mut und die Zivilcourage der Zivilgesellschaft, um die so dringend notwendigen Reformen endlich konsequent umsetzen zu können. Wir haben nicht mehr die Zeit, auf die Politik zu warten.

Machen wir uns auf den Weg…

http://www.zivilekoalition.de/reformagenda


http://derstandard.at/1330390592362/Biochemiker-Gottfried-Schatz-Europa-haette-jetzt-eine-einmalige-Chance
 
Biochemiker Gottfried Schatz
„Europa hätte jetzt eine einmalige Chance“
Interview | 06. März 2012 20:18

Foto: roche
Mit 75 führt Gottfried Schatz Chemie-Experimente in Kindergärten vor, um zu zeigen, dass Wissenschaft Spaß macht.
Gottfried Schatz wurde trotz österreichischen Passes „oberster“ Schweizer Wissenschafter – ein Gespräch über Forschung in der Schweiz, konservative Unis und mangelnden Mut
STANDARD: Sie haben in Österreich in den 1950er-Jahren studiert und hier Ihre ersten Entdeckungen gemacht. Zu einem weltweit führenden Biochemiker wurden Sie aber in den USA und dann ab 1974 in der Schweiz. Was ist in der Schweiz – wissenschaftlich betrachtet – besser als in Österreich?
Schatz: Die Schweiz ist wissenschaftlich „erwachsener“ als Österreich. Wissenschaft war ihr immer schon ein wichtiges Anliegen – leider im Gegensatz zu meinem Heimatland. Dazu kommt, dass die Schweiz meist pragmatisch und international denkt und handelt. Es hat hier eine lange Tradition, die besten Wissenschaftler aus der ganzen Welt ins Land zu holen, selbst dann, wenn sie nur schlecht oder gar nicht Deutsch oder Französisch sprechen.
STANDARD: Sie brachten es in der Schweiz auch zum Präsidenten des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats und waren damit zwischen 2000 und 2004 quasi der oberste Wissenschaftler der Schweiz. War das für die Schweizer kein Problem?
Schatz: Nein, obwohl ich bis heute österreichische Staatsbürger bin. Die damalige Präsidentin der Schweiz, Ruth Dreyfuss, sagte mir damals, dass meine Nationalität ihr gleichgültig sei. Diese Internationalität ist eine der großen Stärken der Schweiz. Sie erinnert an den Pragmatismus von Kaufleuten, während Deutschland und Österreich eher einer Beamtenmentalität huldigen.
STANDARD: Liegt es forschungspolitisch vor allem an diesem Mentalitätsunterschied, dass die Schweiz nach allen Indikatoren wissenschaftlich besser dasteht? Oder hat das auch konkrete forschungspolitische Gründe?
Schatz: Beides ist wichtig. Im Vergleich zu Österreich fördert in der Schweiz die öffentliche Hand Grundlagenforschung viel stärker als die angewandte Forschung – weil man erkannt hat, dass Grundlagenforschung den Boden für die Technologie von morgen bestellt. Wer allzu sehr auf angewandte Forschung setzt, wird bald nichts mehr anzuwenden haben. Dazu kommt das politische Dogma, dass der Staat sich aus der Privatindustrie heraushalten und sie nicht subventionieren soll. Dieses Prinzip wurde in den letzten Jahren zwar mehrere Male verletzt – siehe Swissair oder UBS – aber meist hält sich der Staat daran, wie bei der vergleichsweise geringen Förderung der Industrieforschung.
STANDARD: In der Schweiz scheint man auch Technologien wie der Gentechnik nicht ganz so feindlich gegenüberzustehen.
Schatz: Dies ist leider nur bedingt richtig. Eine der größten und am besten organisierten Proteste gegen Gentechnik – die sogenannte „Genschutz-Initiative“ von 1988 – hatte ihren Ursprung in Basel, wo ich damals Professor war. Ihre Anhänger wollten sogar die Genmanipulation an Hefezellen oder Bakterien verbieten – was das Ende fast aller modernen Medikamente bedeutet hätte. In der Schweiz trafen also Befürworter und Gegner der Gentechnik also knallhart aufeinander.
STANDARD: Die Gentechnik-Gegner haben sich damals aber nicht durchgesetzt. Warum?
Schatz:: Einerseits weil auch wir Wissenschaftler uns organisierten, als Gruppe auf die Straße gingen und in vielen Veranstaltungen der Bevölkerung die Chancen und Risiken der Gentechnik erklärten. Die Initiative wurde mit einer Zweidrittelmehrheit abgelehnt, wobei wohl auch der bereits erwähnte Schweizer Pragmatismus eine Rolle spielte.
STANDARD: Skepsis gegenüber neuen Technologien scheint heute in ganz Europa recht ausgeprägt zu sein. Das konstatierte zuletzt auch die neue Wissenschaftsberaterin der EU, die Biologin Anne Glover. Sehen Sie das auch so?
Schatz: Leider ja. Und ich halte diese Fortschrittangst, die kennzeichnend für die Nullrisiko-Mentalität einer überalterten Gesellschaft ist, für eine große Bedrohung unserer europäischen Kultur und des Wohlstands unserer Kinder und Enkelkinder.
STANDARD: Was kann man dagegen tun? Das, was man auf Englisch Public Understanding of Science nennt, also eine bessere wissenschaftliche Allgemeinbildung?
Schatz: So sehr dies aus vielen Gründen wünschenswert wäre – es würde Europas Scheu vor Neuerung nicht heilen. Viele der entschiedensten Gegner der neuen Technologien sind ausgebildete Biologen oder Ingenieure. Das Unbehagen der Gesellschaft sitzt tiefer und könnte am besten durch eine glaubhafte und charismatische Forscherpersönlichkeit besänftigt werden, die als „Stimme der Wissenschaft“ agiert. Diese Rolle können weder Zeitschriften noch Institutionen, sondern nur einzelne Menschen übernehmen, denen die Öffentlichkeit vertraut. Solche Persönlichkeiten sind jedoch sehr selten. Dazu kommt, dass viele Wissenschaftler es unter ihrer Würde finden, vor die Öffentlichkeit zu treten und „sich ins Rampenlicht zu drängen“. Wir Wissenschaftler sollten nicht vergessen, welch ungeheuren positiven Einfluss der Apple-Gründer Steve Jobs auf die Akzeptanz von Wissenschaft und neuen Technologien ausübte. Europa bräuchte mehr von solchen Persönlichkeiten.
STANDARD: Apropos USA: Sie schwärmen in Ihrem Buch aber auch von den Arbeitsbedingungen an den führenden US-Universitäten im Vergleich zu jenen in Europa. Was macht man hier schlechter?
Schatz: Die meisten europäischen Universitäten zählen heute zu den konservativsten Institutionen unserer Gesellschaft. Sie sollten aber zu den revolutionärsten gehören, denn Wissenschaft ist eine unverbesserliche Revolutionärin, die dauernd Vertrautes in Frage stellt und Neues schafft. Viele Universitäten Europas sind nicht mehr die besten Orte für Innovation, weil sie an starren Hierarchien und veralteten Strukturen festhalten – wie permanente Assistentenstellen oder Habilitationen mit all ihren persönlichen Abhängigkeiten. Dazu akzeptieren sie – trotz teilweise fortschrittlicher Universitätsgesetze – immer noch ein Übermaß an zentraler Steuerung und Administration. Wenn ich unseren Universitäten etwas ins Stammbuch schreiben dürfte, wäre es die Warnung „Organisation ist der Feind von Innovation und Koordination der Feind von Motivation“.
STANDARD: Wie kann man diese Ihrer Meinung nach verkrusteten Strukturen aufbrechen?
Schatz: Das Humboldtsche Ideal der Gelehrtenrepublik hat heute ausgedient, weil die politischen, administrativen und finanziellen Anforderungen an eine Universität zu komplex und zu groß geworden sind. Universitäten sollten heute autonom von starken Persönlichkeiten geführt werden, welche die Möglichkeiten des Universitätsgesetzes voll ausschöpfen und sich auf langfristige Budget- und Anstellungsverträge stützen können. Jede Universität sollte ihr eigenes Profil definieren können, solange es nur die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Ausbildung erfüllt. Sie sollte außerdem möglichst flache Hierarchien anstreben. Dies bedeutet konkret, dass sie den wissenschaftlichen Nachwuchs nach strengen Maßstäben international rekrutiert und ihm volle wissenschaftliche Unabhängigkeit sowie Zeitverträge anbietet, die bei entsprechender Leistung in permanente Professuren umgewandelt werden, bei Nichtgenügen jedoch die Entlassung bedingen. Dieses „up or out“ Prinzip klingt zwar hart, ist aber transparent und fair und hat wesentlich zur hohen Qualität der amerikanischen Spitzenuniversitäten beigetragen.
STANDARD: Was hindert die Universitäten daran, genau das umzusetzen?
Schatz: Eine Hürde ist der Machtanspruch der Professoren, den ich als externer Berater österreichischer und deutscher Universitäten mehrmals hautnah erlebte. Die Abschaffung der Habilitationen würde den Einfluss eines einzelnen Professors deutlich verringern und dies gilt auch für die Schaffung von Graduiertenprogrammen, bei denen die Doktoranden zunächst von einem Kollegium ausgewählt werden und erst dann ihre „Doktormutter“ oder ihren „Doktorvater“ wählen. Dies führt zu einer gesunden Konkurrenz unter den Professoren, die natürlich nicht allen willkommen ist. Eine weitere Hürde sind in Frankreich und Österreich die Gewerkschaften, die bei einer Reform der Karrierestrukturen und der Rekrutierung des wissenschaftlichen Nachwuchses allzu viel mitzureden haben.
STANDARD: Dennoch konnte sich dank Ihrer Mithilfe auch in Österreich so etwas wie das Vienna Biocenter und ein kleines Exzellenzcluster in diesem Bereich entwickeln. Sie waren an der Gründung des Institute of Molecular Pathology, des berühmten IMP, mitbeteiligt und haben zusammen mit einem britischen Kollegen auch die Statuten des Vienna Biocenter ausgearbeitet.
Schatz: Daran erinnere ich mich noch sehr gerne. Das Biocenter bewies, dass Österreichs Talente schnell aufblühen, wenn man ihnen eine Chance gibt. Diese beiden Erfolgsmodelle zeigen, dass Wien ein attraktiver Wissenschaftsstandort sein kann, wenn nur die Bedingungen stimmen. Forscher haben ja, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, meist noch viele kulturelle Interessen, denen Wien in idealer Weise entgegenkommt. Mit dem IMP wollte man ein nicht zu großes Institut mit rigorosem Qualitätsanspruch und internationaler Ausrichtung schaffen. Und bei der Neugestaltung des Vienna Biocenter kam es im darauf an, einem bereits bestehenden Institut moderne und international bewährte Strukturen zu geben. In beiden Fällen spielte die Unterstützung der Wiener Universität eine wichtige Rolle.
STANDARD: Es gibt nun mit dem IST Austria einen weiteren Versuch, ein Exzellenzzentrum zu gründen, das für die nächsten knapp 15 Jahre jedenfalls sehr großzügig finanziert ist. Wie beurteilen Sie diese Mittelvergabe?
Schatz: Die Zuweisung von einer Milliarde Euro an das IST Austria ist kein optimaler Einsatz öffentlicher Gelder – gerade auch im Vergleich zum Budget des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), der nicht nur tadellos gearbeitet und den Respekt der Wissenschaftler gewonnen hat, sondern auch anderen europäischen Ländern als Vorbild diente. Leider war dieser Fonds im Vergleich zu ähnlichen Institutionen in Deutschland, der Schweiz oder Schweden stets massiv unterfinanziert, was Österreichs Forschung sehr behindert hat. Auch das Vienna Biocenter ist im internationalen Vergleich unterdotiert. Die österreichische Wissenschaftspolitik will dies offenbar nicht wahrhaben und drängt damit unser Land noch weiter ins wissenschaftliche Abseits.
STANDARD:Kommen wir abschließend von Niederösterreich noch einmal auf die globale Ebene. Welche Länder und Kontinente werden in Zukunft wissenschaftlich den Ton angeben?
Schatz: Bei China – weniger bei Indien – ist das wissenschaftliche Potenzial enorm. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden die USA ihre derzeitige Führungsrolle wohl mit China teilen müssen. Dies setzt allerdings voraus, dass China sich politisch emanzipiert, denn Spitzenwissenschaftler wollen meist nicht in einem totalitären System leben und arbeiten. Zudem müsste sich das hierarchische Denken in der chinesischen Gesellschaft ändern, denn Wissenschaft lebt vom kreativen Widerspruch und gedeiht am besten in einem „kontrollierten Chaos“, das ich mir im heutigen China nicht vorstellen kann. Aus diesem Grund hat auch Japan sein enormes wissenschaftliches Potenzial nie voll ausschöpfen können.
STANDARD: Warum ist das hierarchische Denken so ein Problem?
Schatz: Solange ein Student einem Professor in einer wissenschaftlichen Diskussion nicht widersprechen darf, kann sich Wissenschaft nicht frei entfalten, denn bei ihr ist die Unbekümmertheit der Jugend oft klüger als die Weisheit des Alters. Deswegen konnten auch die Nobelpreisträger, die Südkorea sich ins Land holte, dort nicht viel ausrichten. Und auch Singapur, das die Biowissenschaften so großzügig fördert, wird seine angestrebte Führungsrolle wohl erst dann erreichen, wenn es bereit ist, sein immer noch autoritäres System zu lockern.
STANDARD: Welche Rolle bleibt Europa?
Schatz: Das heutige Europa ist für mich der lebenswerteste Ort auf diesem Planeten und hätte jetzt – trotz Finanzkrise – die einmalige Chance, in der Wissenschaft die weltweite Führung zu übernehmen. Die USA kämpfen mit gewaltigen strukturellen, politischen und sozialen Problemen und China ist noch im Kommen. Ein wichtiger Schritt war zweifellos die Gründung des European Research Council, das Forschungsgelder allein nach wissenschaftlichen Maßstäben vergibt und die ineffizienten EU-Rahmenprogramme teilweise ersetzt. Was Europa jedoch fehlt, ist Mut. Den findet man heute eher in den USA oder in Asien.
STANDARD: Wie könnte man in Europa wieder mutiger werden?
Schatz: Durch das Vorbild mutiger Menschen. Unsere Kinder müssen solchen persönlichen Rollenmodellen schon früh begegnen, um ihnen dann nachzueifern und sie unbewusst als Leitbild für ihr eigenes Leben zu wählen. Mut zum eigenen Denken und zum kreativen Widerspruch sollte das höchste Ziel jeder Bildungseinrichtung sein – vom Kindergarten bis hin zur Universität.
STANDARD: Das sagt sich leicht. Wie lässt sich das verwirklichen?
Schatz: Zunächst durch die regelmäßige und offene Diskussion am Familientisch. Wo Kinder beim Essen schweigen müssen, verlässt die Wissenschaft den Tisch. Da unsere eigenen Kinder schon lange aus dem Haus sind, führe ich in Kindergärten drei- bis sechsjährigen Kindern einfache chemische Experimente vor, um ihnen zu zeigen, dass Wissenschaft „cool“ ist und Spaß macht. In den USA, wo unsere Kinder für einige Jahre die Schule besuchten, gelingt dies viel besser. Dort lernt man zwar in der Schule weniger als in Europa, verlernt aber die Freude am Lernen nicht und wird im eigenen Denken und im Mutig-Sein bestärkt. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 7. 3. 2012)
Gottfried Schatz (75) studierte Chemie an der Universität Graz und war danach Assistent von Hans Tuppy an der Universität Wien. Er wechselte 1968 an die Cornell University in Ithaca, wo er eine Professor für Biochemie antrat. 1974 Berufung an die Universität Basel. Nach seiner Emeritierung war er vier Jahre lang Präsident des Schweizer Forschungs- und Technologierats.

Belo Monte-Damm, Zivilcourage im Burgenland, Raising Resistance

Despite local, national and international opposition, the Brazilian government just issued the full installation license to begin construction on the Belo Monte Dam. The battle to defend the Xingu and its people is far from over, however! It’s now more important than ever that we take this campaign to the next level. Together with our indigenous partners and allies on the ground in Brazil, we are committed to a relentless fight stop the Belo Monte Dam. Will you continue to join us?

Please help us stop this monstrous project by sharing the petition with friends (see sample e-mail below) and joining the Cause „Stop the Monster Dam: Protect the Xingu River and its People“. Your donation today will help support indigenous leaders travel to Altamira to ensure their voices are heard and their demands are met.

And, please share our petition and Cause on Facebook and Twitter by sharing these sample messages:

Facebook:
Take action to defend the Amazon and indigenous rights. Sign the petition to Stop the Belo Monte Monster Dam http://amazonwatch.org/take-action/stop-the-belo-monte-monster-dam
or
Defend the Amazon and indigenous peoples rights. Support Cause to Stop the Belo Monte Monster Dam http://www.causes.com/campaigns/158177?cause_id=77274

Twitter:
Sign the @AmazonWatch petition to Stop the Belo Monte Monster Dam http://goo.gl/6dHGi

Join the Cause to Stop the Belo Monte Monster Dam http://goo.gl/sNQOf
For more information visit the following websites:

Amazon Watch
Movimento Xingu Vivo Para Sempre
Many thanks for your continued support,

Atossa Soltani
Executive Director
Amazon Watch

P.S. If you chose to subscribe to our monthly newsletter, Eye on the Amazon, you will now begin to receive it and occasional updates and action alerts in between issues. Our mailing list is an excellent way to stay informed on issues related to indigenous rights and the Amazon. We won’t overwhelm you with email, but we will keep you involved and up-to-date.


Hallo!

Wir Steirer haben bei unserer Auftaktveranstaltung der Zivilcourage im Oktober 2011 versprochen, dass wir, wenn unsere Mittel reichen, dem Burgenland und Kärnten in dieser Sache auf die Sprünge helfen wollen. Nun ist es so weit und ihr seid nun jene Personen, von denen ich e-mailadressen habe und von denen ich mir auch eine Mitarbeit vorstellen könnte.
Aber meine Bitte an euch ist auch die, dass ihr alle Leute, die eventuell mitarbeiten würden zu unserem Zivilcourage Burgenlandtreff nächste Woche einladet.

Donnerstag, 23.Februar 2012       19.00 Uhr
im Burgenlandhof
Kirchenstrasse 4
8380 Jennersdorf

Dort wollen wir alles weitere besprechen!

Einige von euch haben mir viele Unterschriften gesandt. Die Zivilcourage Steiermark dankt herzlich dafür!
Auf der Internetseite http://www.zivilcourage.ro hat die Steiermark im Moment 2078 abgegebene Stimmen und da sind einige von euch auch wesentlich beteiligt.

Ich würde mich auf ein Zusammentreffen vieler aktiver Menschen aus dem Burgenland am nächsten Mittwoch sehr freuen!

MlG

Toni

FILM: Premiere von „Raising Resistance“ in Deutschland und in Österreich:

Liebe Filmfreunde,

seit der Vorpremiere von RAISING RESISTANCE am 19.1. in Berlin und dem Launch unserer Webseite http://www.raising-resistance.info freuen wir uns riesig über die positiven Rückmeldungen. Weit mehr als 1.000 Anmeldungen über die Webseite aus ganz Deutschland haben uns bisher erreicht, so dass wir Euch unten eine Menge Vorführtermine mitteilen können.

Hier gibt das Video zur Vorpremiere in Berlin und Statements von der Wir-haben-es-satt-Demo. Probleme mit dem Link oben? Hier gehts direkt zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=LnRg1eyKC70

BUNDESWEITER KINOSTART
In folgenden Städten startet der Film zum 12.April:

Berlin
Hamburg
Köln
Frankfurt am Main
München

Ferner wird der Film in Lörrach, Ulm, Erding, Halle, Kirchberg, Witzenhausen und Lüneburg im Kino zu sehen sein. Die genauen Termine ab dem 12. April und die Spielstätten (Kinos) teilen wir Euch im Laufe der nächsten zwei Wochen mit.

HELFENDE HÄNDE GESUCHT
Wir suchen Helfer in den Städten Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München, die das Filmplakat und Postkarten in Bio-Läden und ähnlich angesagten Orten aufhängen. Als Gegenleistung gibt es jeweils 2 Freikarten und das Original-Kinoplakat. Sendet uns dafür eine eMail mit Eurer Postadresse und später das Beweisfoto wie das Plakat in den Läden hängt.

AKTUELLE VORFÜHRTERMINE 2012
Berlin – Eiszeit Kino – 23.Februar bis 07.März
Köln – Filmpalette – 01.März
Leipzig – Kinobar Prager Frühling – 14.März
Amsterdam – Food Film Festival – 17.März
Den Haag – Movies that Matter Festival – 22. – 28.März
London – Curzon Soho – 27.März
London – Ritzy Cinema – 28.März
Wiesbaden – Murnau Filmtheater – 29.März
Frankfurt a.M. – Deutsches Filmmuseum – 30.März
Vorarlberg – Spielboden Dornbirn – 11.April
Tübingen, Stuttgart und Freiburg – Cinelatino Festival – 11. bis 18.April
Durham, North Carolina – Full Frame Filmfestival – 12. – 15.April
Linz – Moviemento – 16.April
London – DocHouse Festival – 26.April
Wien – Top Kino – 27.April

Bedanken möchten wir uns für die bisherige Unterstützung insbesondere bei:

EZEF
Meine Landwirtschaft
Save our Seeds
Informationsdienst Gentechnik
BÖLW

http://www.taz.de/!87394/
 
09.02.2012
Gentechnik kein Allheilmittel gegen Hunger

Innovationen auf dem Acker

Um künftig den Welthunger stillen zu können, muss an vielen Stellen geschraubt werden. Die Gentechnik wird kaum mehr als Allheilmittel gesehen.von Kathrin Burger

Forscher begreifen, dass gentechnisch veränderte Nutzpflanzen nicht ausschlaggebend sind für die Welternährung.   Bild:  dpa

MÜNCHEN taz | Die grüne Gentechnik hat erhebliche Akzeptanzprobleme in Europa. Darum zog der Chemieriese BASF kürzlich seine Gentechforscher aus Deutschland ab. Dabei wurde Gentechnik auf dem Acker sogar mit dem Argument angepriesen, dass nur durch sie die wachsende Weltbevölkerung in Zukunft zu ernähren sei.

Schließlich könnte „Golden Rice“ viele Menschen vor Blindheit bewahren und Pflanzen könnten so mit Genen ausgestattet werden, dass sie resistenter gegen Hitze oder Krankheiten würden. Doch die mit Heilsbotschaften gespickten Imagekampagnen haben nicht geholfen.

Man möchte meinen, dass nur Laien diesem Argument misstrauen. Doch auch unter Wissenschaftlern hat sich klammheimlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gentechnisch veränderte Nutzpflanzen kaum eine Rolle spielen werden, wenn es darum geht, in 40 Jahren 9 Milliarden Menschen zu ernähren, was eine Mehrproduktion von 50 Prozent bedeutet.

„Wir sehen in dieser Zeitspanne nur eine untergeordnete Bedeutung von GVO-Pflanzen, was die Verbesserung der Welternährung angeht“, sagt etwa Stefan Siebert, Agrarwissenschaftler an der Uni Bonn. So hat eine US-amerikanische Übersichtsstudie mit dem Titel „Failure to Yield“ bereits 2009 belegt, dass die Ernte bei GVO-Soja und -Mais nicht größer ausfällt, als wenn man herkömmliche Sorten anbaut.

Jedes Land, jede Region hat seine Eigenheiten

„Gentechnik erleichtert zwar dem Bauern seine Arbeit, aber Ertragssteigerungen kann man einfacher mit anderen Methoden erzielen“, erklärt Siebert. So meinte kürzlich auch Anne Maina vom African Biodiversity Network: „GVO-Pflanzen sind keine Lösung für das Hungerproblem in Afrika.“ Man könne nicht am Bauern vorbei forschen, sondern müsse mit ihnen Lösungen erarbeiten.

Schließlich hat jedes Land, jede Region ihre Eigenheiten, das fängt beim politischen System an, geht über geografische Bedingungen bis zum Anbau unterschiedlicher Pflanzensorten. Und tatsächlich hat hier ein Umdenken stattgefunden: „Man geht heute bei der Hungerbekämpfung eher situationsbedingt vor“, meint Detlef Virchow vom Food Security Center an der Universität Hohenheim.

„Schon in Äthiopien sind die Rahmenbedingungen nicht die gleichen wie in Somalia, wo seit Jahren der Bürgerkrieg tobt.“ Umstände, die etwa den Transport von Feldfrüchten zum nächsten Markt erheblich erschweren und damit Landwirtschaft kaum lohnenswert macht.

In Afrika sind auch ganz andere Lebensmittel wichtig, etwa Yams, Banane oder Teff, eine Hirseart. Diese zählen allerdings zu den „neglected crops“, sie werden in den Forschungsabteilungen der Agroindustrie bislang kaum beachtet. „Weil diese Pflanzen aus verschiedenen Gründen nicht gewinnversprechend sind“, glaubt Howard Shapiro, Biotechnologe beim Lebensmittelkonzern Mars.

Traditionelle Zuchtverfahren verbessern

Ein Gentechbauer in den USA kauft jährlich neues Saatgut für seine Maisplantage, während der Kakaobaum einmal gesät wird und dann über Jahre steht. Zum Thema Gentechnik meint Shapiro: „Bei Kakao und afrikanischen Nutzpflanzen reicht es aus, diese mit traditionellen Züchtungsverfahren zu verbessern. Aber Wissenschaftler haben die Pflicht, in alle Richtungen zu denken.“

Tatsächlich diskutieren viele Wissenschaftler kaum noch mit ideologischen Scheuklappen. Es geht nicht mehr um „bio gegen konventionell“ oder „Gentechnik – ja oder nein“. Das neue Credo lautet: Umweltschonend muss mehr Getreide, Gemüse, Fleisch und Fisch produziert werden, das Wie ist zweitrangig.

Denn: „So wie die Landwirtschaft in Industrie- und Schwellenländern bislang arbeitet, mit zu hohem Wasser-, Düngemittel- und Pestizid-Einsatz, kann es nicht weitergehen“, meint der Bonner Wissenschaftler Siebert. Ein Paradigmenwechsel hat sich in den Laboren vollzogen.

Dies machte nicht zuletzt eine Studie deutlich, die im Oktober in der Fachzeitschrift Nature erschienen ist und an der Stefan Siebert mitgewirkt hat. Hier werden fünf Punkte aufgelistet, die eine wachsende Weltbevölkerung ernähren könnten. Dazu zählt der Einsatz besser angepasster Sorten und effizienterer Anbaumethoden. Zudem sollten Wasser und Agrarchemikalien strategischer zum Einsatz kommen, um die Wirkung auf die Erträge global zu optimieren. Dann müssten die besten Ackerböden für die Nahrungsmittelproduktion reserviert sein.

Geringer Fleischkonsum wird empfohlen

Und letztens dürften nicht so viele Lebensmittel bereits auf dem Transport verderben oder im Küchenabfall landen. Auch ein geringerer Fleischkonsum in den Industrieländern wird empfohlen. All dies steht unter der Prämisse, dass keine weiteren Flächen mehr für die landwirtschaftliche Produktion geopfert werden dürften – das gilt vor allem für die Tropen.

Und so gibt es bereits viele Projekte, die im Rahmen einer „sustainable agriculture“ versuchen, mehr Ertrag zu erzielen. Der Kakao-Guru Shapiro hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, eine Kakaopflanze mithilfe der Präzisionszucht zu entwickeln, die anstatt 400 Kilo Ertrag 2.000 Kilo Kakao pro Hektar abwirft. Für die Präzionszucht muss erst das Genom einer Pflanze bekannt sein.

Mithilfe eines „Real-Time-PCR-Gerätes“ kann man dann herausfinden, welche Stelle im Erbgut für welche Eigenschaft der Pflanze verantwortlich ist. In einem Kreuzungsversuch kann der Forscher dann zu einem sehr frühen Zeitpunkt, etwa schon im Samen, feststellen, welche Pflanze die gewünschte Eigenschaft wie „Hitzetoleranz“ oder „hoher Ertrag“ abbekommen hat. Wegen dieser Methode erfahren alte Pflanzensorten eine Aufwertung, sie werden wie Schätze in Genbanken gesammelt und gehütet.

Vor allem Reissorten wurden bereits erfolgreich mithilfe der Präzisionszucht optimiert. Beispielsweise hat Pamela Ronald, Biotechnologin an der UC Davis, einen „Tauchreis“ entwickelt. Dieser kann zwei Wochen unter Wasser überleben, während normaler Reis nach 5 Tagen abstirbt.

40 Prozent der Ernten gehen verloren

Zudem wird schädlingsresistente Cassava in Burundi, Kongo, Ruanda und Uganda angebaut. Schließlich gehen weltweit schätzungsweise 40 Prozent der Ernten immer noch durch Krankheitserreger verloren. Einige Bauern in Afrika und Asien bauen Reis und Süßkartoffeln an, die besonders reich an Vitamin A, Zink und Eisen sind. Neben der Sorte spielt jedoch vor allem der Anbau eine Rolle. Schließlich sind die „Ertragslücken“ durch Anbaufehler bei den Kleinlandwirten in Afrika und Südasien teilweise bis zu 80 Prozent.

Unter dem Schlagwort „Precision farming“ fasst man Kultivierungsformen zusammen, die hier ansetzen und gleichzeitig Ressourcen schonen: So wurde etwa durch Mechanisierung der Ernte in Brasilien die Getreideernte in den letzten 10 Jahren verdoppelt, ohne dass viel mehr Land dafür gebraucht wurde, schrieb John Beddington, wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung, in einem Übersichtsartikel 2010; spezielle GPS-Systeme erlauben es, dass präziser in Furchen gesät wird; Sensoren (im Traktor oder per Satellitensystem) können frühzeitig Krankheiten aufdecken; Tropfbewässerung und genaue Düngemittelapplikation, direkt am Fuß der Pflanze, wird bei Hirse- und Sorghum-Bauern in Burkina Faso, Mali und Niger bereits erfolgreich angewandt.

Das Ergebnis: Ertragssteigerung zwischen 40 und 120 Prozent. Die Forscher zeigen sich angesichts dieser vielen kleinen Fortschritte zuversichtlich: „Immerhin hat sich das Hungerproblem in den letzten Jahre leicht gebessert, wenn man die prozentualen Zahlen ansieht. Aber natürlich dürfen wir uns jetzt nicht zurücklehnen“, sagt Detlef Virchow.

Purple Sheep, Chemtrails, Proteste gegen ACTA

COURAGE vom Verein Purple Sheep – 2.2.2012 ORF ZIB2: Polizisten klagen „Purple Sheep“

http://www.youtube.com/watch?v=KMHJSDej9ZQ&feature=uploademail / 3 min

ZIVILCOURAGE – Leserbrief an das Umweltbundesamt wegen Chemtrails u. weitere Aktion   08.02.2012, 19:28h
Leseblog – gute Dokumentation der Anfrage und des Abwimmelns besorgter Bürger seitens der Regierung

http://abundanthope-deutschland.de/?AbsAdr=1.laecheln%40aon.at&NewID=3309


Information über ACTA:

SAMSTAG 11.2.2012: Demonstrationen gegen ACTA in ganz Europa und auch in Österreich
ACTA – Handelsabkommen zur weltweiten Bürgerüberwachung und Zensur.

In Polen demonstrierten schon Zehntausende: http://www.youtube.com/watch?v=-VoLQPdNkS4&feature=related

Demonstrationen in Österreich:
* Wien: Treffpunkt: 13:45 am Stephansplatz – 15:00 Marsch zum Parlament – 15:30 Parlament – 17:30 Ende
* Graz: Treffpunkt: 13:00 am Mariahilferplatz
* Salzburg: Treffpunkt: 14:30 vor dem Festspielhaus
* Innsbruck: Treffpunkt: 13:30 vor dem Landesmuseum
* Klagenfurt: Treffpunkt: 13:00 am Neuen Platz
* Leoben: Treffpunkt: 13:00 am Hauptplatz

(Proteste in Deutschland: http://wiki.stoppacta-protest.info/DE:Uebersicht_Demos )






20120211.KLEINEZEITUNG.GRAZ.30_0 PDF

Antwort: Anonymous schickt Düringer ein Video

http://www.oe24.at/digital/Anonymous-schickt-Dueringer-wegen-Wutbuerger-Rede-ein-Video/52276236

10. Jänner 2012 10:44

Antwort auf „Wutbürger-Rede“ Anonymous schickt Düringer ein Video

Hackergruppe unterstützt jetzt die Aussagen des heimischen Kabarettisten.

Ende letzten Jahres sorgte der heimische Kabarettist Roland Düringer mit seiner „Wutbürger-Rede“ im Rahmen der letzten Folge von „Dorfers Donnerstalk“ für Aufsehen. Das Video wurde im Internet (YouTube, Social Networks) innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Renner (wir berichteten). Tausende heimische Facebook-User teilten den Clip, wodurch ein wahrer Flächenbrand entstand. Unterstützung Nun wurde auch die bekannte Hackergruppe Anonymous auf den Auftritt aufmerksam und schickte dem Kabarettisten ein Antwortvideo. Während die Videos der Hacker meistens aus Drohungen bestehen, ist das hier nicht der Fall. Sie unterstützen die Haltung Düringers und halten seine Aussagen über die aktuelle gesellschaftliche und politische Lage für richtig. So fordern sie in ihrer knapp zwei Minuten langen Botschaft, dass Düringer seine Aussagen nicht als einfachen TV-Auftritt abhandeln solle. Konkret heißt es: „Sie sind einer der wenigen Menschen, die im öffentlichen Licht stehen und vor laufender Kamera die Wahrheit, speziell über die Lage in Österreich, weiter noch der ganzen westlichen Welt, gesagt haben.“ Der Kabarettist soll laut den Hackern zu einem Sprachrohr der Bürger werden. Dabei würden sie ihn tatkräftig unterstützen. Am Schluss werden die Menschen mit der Aussage „der Wahltag muss zum Zahltag werden “ selbst zum Handeln aufgerufen.

Occupy Vienna
http://occupyvienna.at/2012/01/08/15j-global-change-emport-euch/

Dokumentation Occupy Deutschland

OccupyMe! 

Willst du die Welt verändern, dann verändere dein Land!

Und abermals die Gentechnik…

Freitag, 28.Oktober 2011, 17.00 Uhr
Gemeindezentrum Nestelbach im Ilztal

große Veranstaltung für „Agro – Gentechnik Freiheit“
mit Volker Helldorf, Klaus Faißner, Christoph Fischer, den Kindern von „Plant for the Planet“ und vielen mehr …

Gründung der Initiative „Agro-Gentechnik freie Steiermark“ – Zivilcourage
Auch eure Simme aus der Ferne hilft, zählt!

Stimme für eine „Agro-Gentechnik – Freie Steiermark“

www.zivilcourage.ro/php/gib_dein_ja_oesterreich.php >


Das Team vom Naturladen in Fürstenfeld wünscht Euch eine schöne Herbstzeit!
Roberto Schandor, Toni Ithaler

Zum Downloaden, Weitergeben, Verbreiten….

Steiermark PDF

stmk-flyer-web PDF

plakat-A2 PDF

Unterschriftenliste zum Ausdrucken, Weitergeben… : Unterschriftenliste-Steiermark PDF

Landkarte zum Eintragen (auch für Nichtsteirer): http://www.zivilcourage.ro/php/pixelpanel_steiermark.php?cmd=liste

(Die Eintragungen sind lesenswert!)

Wir bitten um Unterstützung durch Weitergabe, Unterschriften, Teilnahme…

(Quelle: Kleine Zeitung)

25. auf 26. Oktober 2011 – Aufstellen der Feldtafeln „Agro-Gentechnik-freie Steiermark“

(Abbildung = Flyer-Ausschnitt, GDEU)

Werte Bauern, Konsumenten, Mitstreiter!

Nun ist es soweit!
Ihr könnt Eure Stimme für eine „Agro-Gentechnik – Freie Steiermark“ unter                                       
diesem Link abgeben:    

www.zivilcourage.ro/php/gib_dein_ja_oesterreich.php >

(gilt überregional! – nicht nur für steirische Bürgerinnen und Bürger! Anm. GDEU:)

Für die Abgabe Ihres Statements von außerhalb des Bundeslandes, klicken Sie bitte auf den grünen Rand.
Auf dieser Seite findet ihr auch sämtliche Infos über Agro-Gentechnik.
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Mit dieser Feldtafel in der Größe von 100cm/70 cm, die ihr auf eurem Privatgrund aufstellen könnt, gebt ihr ein deutliches Zeichen
in Richtung „Agro-Gentechnik – Freie Steiermark“! Die Tafeln werden in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober aufgestellt!
Laufend sollen neue dazu kommen! Da seid Ihr gefragt!

Die Tafeln gibt es z.B. bei Toni Ithaler, Naturladen Roberto Schandor, Gärtnerei Peter Painer, Gremsl Resi……………………….

Aufkleber und anderes Material gibt es bei der Veranstaltung am 28.Oktober in Nestelbach im Ilztal!
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Am 28. Oktober 2011 ab 17.00 Uhr, findet in Nestelbach im Ilztal eine große Auftaktveranstaltung mit dem Zivilcourage -Gründer Christoph Fischer statt!

Ich erwarte euch auf dieser Veranstaltung, wir möchten ein kräftiges Zeichen in Sache Zivilcourage geben!

Nehmt bitte Bekannte, Verwandte, Freunde….. mit. Es soll ein deutliches demokratisches Zeichen für die Zukunft sein!

Das Team von der Zivilcourage

ZEDERN-PFLANZEN

LIEBE MITMENSCHEN,

HIER DER LINK ZUR EINLADUNG

ZUM ZEDERN-PFLANZEN:

http://www.natur-a.at/kultur_im_gei-a-dorf/Website/ZEDERN-PFLANZEN.html

MIT DENDROFORISCHEN GRÜSSEN

petRA rein-hart

http://www.cultiva.at/cms/website.php


VORTRÄGE:

http://www.cultiva.at/cms/website.php?id=/de/index/kongress.htm

weiteres reichhaltiges Programm – siehe Website!!

Eine Kanzelrede für Mensch und Umwelt

Liebe Freunde,

Am 9. Oktober hielt ich in der großen evangelischen Kirche in Wiehl bei Gummersbach/Köln zum Erntedankgottesdienst die „Predigt“. Nachdem ich so oft gefragt werde, ob ich meine Kanzelrede bekanntgebe, sende ich diese umgehend an einige ausgesuchte gute Freunde. Die Rede ist nichts Besonderes, aber öffentlich. Vielleicht ist sie für einige eine kleine Zusammenfassung.

Viele Grüße

Feilmeier Josef

P.S. Keine Angst – ich bleibe wie ich bin.

Kanzelrede Wiehl PDF

Josef Feilmeier hat uns gestattet, seine Kanzelrede zu veröffentlichen, damit sie einem größeren Leserkreis zukommt. Wir hoffen, dass sie nicht nur gelesen wird, sondern dass sich mehr und mehr Menschen diese eindringlichen Appelle zu Herzen nehmen. Möge sie möglichst viel verbreitet werden!

Bauern Aufstand in Ostbayern PDF

07-11-23 Verleihung Lammsbräu Nachhaltigkeitspreis Laudatio Feilmeier PDF

Verwertung GVO-Soja zu Natursoja PDF

ZUSAMMENFASSUNG MIT QUELLEN – SEHR WICHTIG PDF

Tierkrankheiten durch GVO-Soja – Beispiele PDF

Engagiert euch – Hessel in Wien & mehr…

Keine Patente auf Saatgut! Stoppt Patente auf Brokkoli und Tomaten!

Aufruf zur öffentlichen Demonstration 26.10.2011, ab 9 Uhr, am Europäischen
Patentamt in München (Erhardtstr. 27). Hauptkundgebung: 11 Uhr

Patente auf Pflanzen und Nutztiere ermöglichen es Firmen wie Monsanto, Dupont, Syngenta, Bayer
und BASF sich Monopolrechte an Pflanzen und Tieren zu sichern. Die internationalen Konzerne
übernehmen so die Kontrolle über die Grundlagen der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung.
Zeit dagegen zu protestieren!

Am 26. Oktober und am 8. November 2011 wird das Europäische Patentamt (EPA) in München
zwei weitreichende Entscheidungen treffen: In öffentlichen Anhörungen werden die endgültigen
Entscheidungen über das Patent auf Brokkoli (EP1069819) und das Patent auf Tomaten (EP
1211926) fallen. Beide Patente betreffen Saatgut, Pflanzen und Lebensmittel aus konventioneller
Züchtung. Im Dezember 2010 entschied das Europäische Patentamt in einer
Grundsatzentscheidung, dass die Verfahren zur Züchtung dieser Pflanzen nicht patentierbar sind.
Aber die Patente auf Brokkoli und Tomaten wurden bisher nicht widerrufen. Im Gegenteil, im März
2011 erteilte das EPA für Monsanto ein weiteres Patent auf Melonen aus konventioneller Züchtung.
Die Begründung des EPA: Auch wenn das Verfahren zur Züchtung nicht patentierbar ist, werden
doch die Produkte aus solchen Verfahren wie Pflanzen, Saatgut und Lebensmittel immer noch als
Erfindung angesehen!
Werden derartige Patente erteilt, haben Konzerne wie Monsanto nicht nur die Kontrolle über
genmanipulierte Pflanzen, sondern auch über die normale Züchtung. Verbraucher, Landwirte und
Lebensmittelhersteller geraten in Abhängigkeit von diesen Konzernen. Landwirte und Verbraucher
in den Entwicklungsländern sind von dieser Entwicklung ebenso betroffen wie in Europa.
Kommen Sie zur öffentlichen Demonstration!

Geben Sie ein klares Signal an Politik und Patentamt:
l Keine Patente auf Lebewesen und ihre Gene!
l Keine Patente auf Saatgut, Tiere und Lebensmittel !

Unterschreiben Sie auch unseren Aufruf an das Europäische Parlament:
http://www.no-patents-on-seeds.org.

V.i.S.d.P.: Ruth Tippe, Frohschammerstr. 14, 80807 München, http://www.keinpatent.de

Flyer hier zum Download
aufruf_demo__Oktober_2011-3 PDF

Herzliche Grüße

Maria

Zivilcourage Innviertel
Mitterndorf 2
A-5122 Hochburg-Ach

Tel: 07727/2748
E-Mail:
maria.bernecker@zivilcourageinnviertel.at
Homepage:
www.zivilcourageinnviertel.at

http://kurier.at/wirtschaft/4274874.php

Der 93-jährige Star der Protestbewegung
Der Franzose Stéphane Hessel ist kommende Woche in Wien. Ein Gespräch über die Finanzkrise, wichtige Parteien und warum sich Engagement lohnt.
Er ist erst am Vorabend von Fernseh-Auftritten und Interviews aus Washington und New York nach Paris zurückgekehrt – Empörung gegen die Banken und das Finanzsystem ist dort gerade ein großes Thema, Tausende gehen seit Tagen auf die Straße. Gleich nach unserem Gespräch reist er nach Grenoble, Tags darauf dann nach Nizza, und Ende kommender Woche ist er in Wien, wo er auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bei einer Veranstaltung im Parlament spricht.
Und Stéphane Hessel wirkt nicht einen Augenblick müde, sondern stets hellwach, sprudelnd, überquellend vor Energie.
Obwohl der Herr übernächste Woche 94 Jahre alt wird.
Der in Berlin geborene ehemalige Widerstandskämpfer der französischen Resistance, der auf abenteuerliche Weise das KZ Buchenwald überlebt und danach eine Karriere als Diplomat und UNO-Mitarbeiter in Sachen Menschenrechte eingeschlagen hat, ist seit einem Jahr nicht nur in Frankreich eine Art Popstar. Mit seinen kleinen Büchlein „Empört Euch“ und „Engagiert Euch“ hat er eine Millionenauflage erzielt und wurde zu einer Galionsfigur des internationalen Protests. Im KURIER-Interview erzählt er, wieso.

KURIER: Herr Hessel, Sie haben mit Ihren Büchern offenbar einen Nerv der Zeit getroffen. Woher kommt dieses Gefühl, plötzlich etwas bewirken zu wollen und – siehe den Arabischen Frühling – auch zu können?
Stéphane Hessel: „Empört Euch“ wurde inzwischen in 30 Ländern übersetzt, und das liegt daran, dass wir seit 2008 in einer besonders kritischen Lage sind.

Sie meinen die erste Finanzkrise?
Ja. Niemand weiß, wer schuld ist, die Banken, die Bürger, die Kritiker wissen es nicht. Aber unsere Lage ist allseits spürbar einfach nicht so, wie wir es gerne hätten. Da trifft der Appell, sich zu empören, auf einen vorbereiteten, aber auch unvorbereiteten Boden.

Wieso unvorbereitet?
Weil die Menschen sind doch friedlich, sie wollen arbeiten, ihr Leben leben, und plötzlich sagt man ihnen: Ihr müsst euch empören, es geht nicht mehr so weiter.

Sie sagten einmal, „man muss sagen, ich will das einfach nicht mehr, ohne zu wissen, was danach kommt“. Ist das nicht ein wenig naiv und planlos?
In Nordafrika bei den Tyrannen war das Ziel klar: Die müssen wir loswerden. Und entgegen den ersten Befürchtungen ist dem ja nicht die Regentschaft der radikalen Islamisten gefolgt. Aber in Frankreich oder in Österreich kann man nicht sagen, wir müssen die Tyrannen loswerden, wir sind ja demokratische Staaten.

Was müssen wir dann loswerden?
Die Verschlechterung der Demokratie. Die Demokratie ist nicht mehr so, wie wir sie uns wünschen. Und da muss es eben heißen: So, ich will das einfach nicht mehr.

Die Demokratie und unsere Gesellschaft waren früher besser?
Erinnern wir uns: Es gab gewisse Werte wie Sicherheit, unabhängige Medien, auch die Prämisse, nicht so abhängig zu sein von den Märkten. Die Fünfziger- bis Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts waren tatsächlich die 30 glücklichen Jahre. Nach der Ölkrise aber sind die Finanzmärkte immer stärker geworden. Die demokratischen Regierungen haben sich dagegen nicht genug gewehrt oder wehren können.

Und kämpfen deshalb jetzt um unser aller finanzielles Überleben?
So ist es, und gleichzeitig sagt man uns allen Ernstes, die sozialen Errungenschaften sind so nicht mehr zu finanzieren – wie kann das Geld dafür fehlen, wenn der Wohlstand doch um so viel größer ist, als er damals war, als Europa in Trümmern lag? Das, was jetzt passiert, läuft eindeutig gegen unsere demokratische Grundstimmung und Grundgesinnung. Das ist vielleicht nicht gleich bemerkbar, und das kann eine Zeit lang gut gehen, aber nicht lange.

Weil?
Wir, vor allem die jungen Leute, stehen gerade vor zwei ganz großen Gefahren: Das eine ist der wachsende Unterschied zwischen Armen und höchst Reichen. Und das andere ist die Ausbeutung der Erde, die ihre acht Milliarden Menschen schon heute nicht mehr ernähren kann. Und das Vertrauen, dass wir so weitermachen können, schwindet zusehends. Zumal wir eben eine ganz schlimme Krise vor uns haben oder gerade mitten drin sind.

Sie appellieren an das Engagement des Einzelnen -, aber was kann der tatsächlich tun und bewegen?
Sich empören und sich umsehen: Was sind die Gefahren, weil das weiß man, ohne sich umzusehen, nicht so leicht. Obwohl: Dass die Macht des Geldes so anmaßend und egoistisch ist wie bisher noch nie, dass sie Lobbyisten bis in die höchsten Staatsränge hat, das ist evident. Dass es den Gewinnmaximierern und den Bonibankern um alles, nämlich um sich, aber nicht um das Gemeinwohl geht, auch. Und dann muss man sich empören, sich engagieren und sich zusammentun. Am besten geschieht das natürlich über die Parteien.
Ausgerechnet über die Parteien, die an Ansehen zunehmend verlieren?
Ja, weil die sind unser demokratisches Vehikel. Es stimmt, die Jungen glauben nicht mehr so an Parteien. Aber dann müssen sich eben die Parteien reorganisieren, sich mit den Bürgern zusammentun, damit die Parteien auch wieder das werden können, was sich die Bürger wünschen: Vertreter ihrer Anliegen, auch ihrer Empörung. Und wenn das funktioniert, dann können auch die Parteien und kann die Politik viel mutiger gegen die Finanzmärkte auftreten.

Die Märkte werden, wenn ein paar Tausend Amerikaner auf die Straße gehen, nur müde lächeln.
Darum sage ich ja, empören ist nicht genug, der nächste Schritt ist engagieren. Ohne das geht gar nichts, das hat schon Jean-Paul Sartre gesagt, das sagen heute der Philosoph Peter Sloterdijk und andere. Nur dürfen es die Jungen nicht falsch verstehen, noch einmal: Der Defätismus zu sagen, die Parteien nützen ja ohnehin nichts, wir wollen unser Engagement außerhalb einsetzen wie zum Beispiel in Gruppen wie Attac, ist falsch. Dagegen gehe ich an. Wir müssen das über die demokratischen Parteien machen.

Wer sagt eigentlich, dass der, der sich empört, immer recht hat?
Das lässt sich relativ leicht an den Grundwerten überprüfen, ob sie die Empörung rechtfertigen. Da geht es nicht um die Empörung, dass der Autobus nicht mehr nach Plan fährt wie früher. Aber beim Bahnhofsbau in Stuttgart (Stuttgart 21, Anm.) haben die Bürger schon ein gewisses Recht der Mitentscheidung. Und die Proteste in Israel oder in Spanien, da ging es um zentrale Anliegen.

Zurück zur Finanzkrise: Wenn die Politik denn irgendwann, mit dem Rückhalt der Bürger, den Mut findet, gegen die Finanzmärkte aufzutreten – wie?
Die Diktatur der Finanzmärkte gefährdet Frieden und Demokratie, genau das, wofür Europa aufgebaut worden ist. Es ist klar: Wenn wir in Europa nicht zusammentreten, nicht eine starke Europa-Organisation bilden, wenn wir warten, bis das erste Land fällt, dann haben wir keine Chance. Europa fehlt eine gemeinsame Wirtschafts- und eine gemeinsame Industriepolitik …

Also die viel zitierte europäische Wirtschaftsregierung?
Ja genau, es braucht diese Wirtschaftsregierung.

Aber gerade das ist es doch, was die Bürger nicht wollen: Der Trend geht ja eher gegen mehr Kompetenzen nach Brüssel.
Dieses Zusammenbleiben-Wollen, aber am liebsten doch allein, das muss eben überwunden werden. Das hat auch viel mit Erziehung zu tun. Das Nationalstaatliche ist ja auch gelernt – auch da müssen die Reformen ansetzen und die Bürger überzeugt werden. Es muss ihr Mitgefühl geschult werden: In einer solidarischen Welt können wir nicht allein kämpfen.

Das sagen Sie als Optimist oder eher als Pessimist?
Ich bin ein unverbesserlicher Optimist. Denn wir haben schon viel Schlechtes erlebt und überlebt, das Naziregime, den Stalinismus, die Teilung Europas mit der Berliner Mauer – das alles gibt es nicht mehr. Oder denken Sie an die Apartheid in Südafrika, die als unüberwindbar galt.

Sie sind in Deutschland geboren, wurden von den Nazis fast umgebracht, machten Karriere in Frankreich – und lieben die deutsche Lyrik. Wie das?
Seit frühester Jugend habe ich Gedichte geliebt, habe Hölderlin, Rilke, Hofmannsthal nicht nur gelesen, sondern auswendig gelernt – Gedichte wollen gesprochen und aufgesagt werden. Es ist der Schwung der Verse, geradezu die Musik eines Gedichts, die mich glücklich macht. Sie sind eine Dimension des Seins, die mir guttut.
ur Person: Ein Überlebender, der Geschichte schrieb
Stéphane Hessel wurde 1917 in Berlin geboren. 1924 zog die Familie – der jüdische Vater Franz Hessel ist Schriftsteller, Mutter Helen Journalistin – nach Paris. Das Leben der Eltern diente als Vorlage für Buch und Film (Francois Truffaut) „Jules et Jim“. 1941 schloss sich Hessel der Resistance gegen die deutsche Besatzung an, 1944 landete er im KZ Buchenwald. Als Spion zum Tode verurteilt, überlebte er, weil ihm ein Kapo die Identität eines Toten verschaffte (Jorge Semprúns Roman „Der Tote mit meinem Namen“ erzählt davon); 1945 gelang Hessel mit neuem Namen die Flucht aus einem Zug nach Bergen-Belsen.
Nach dem Krieg wurde Hessel Büroleiter des Vize-UN-Generalsekretärs Henri Laugier und Sekretär der UN-Menschenrechtskommission, die die Charta der Menschenrechte erarbeitete. Im Auftrag der UNO und des französischen Außenamtes bereiste er die Welt, ihm wurde der Titel „Ambassadeur de France“ verliehen.

Bücher Mit dem vor einem Jahr erschienenen Büchlein „Empört Euch“ gelang ihm ein Millionen-Seller (der Text ist gerade einmal 20 Seiten lang), „Engagiert Euch“ ist das Nachfolgebüchlein in Interviewform. Hessels Memoiren „Tanz mit dem Jahrhundert“ sind jetzt auch auf Deutsch erschienen (List-Verlag). „O ma memoire“ erzählt von der Liebe zu Gedichten, die ihm unentbehrlich sind.

http://info-agent.blogspot.com/2011/10/biopiraterie-indien-will-monsanto.html

Freitag, 7. Oktober 2011

Biopiraterie: Indien will Monsanto verklagen

[Keine-Gentechnik] Indien will Klage gegen den multinationalen Konzern Monsanto wegen Biopiraterie erheben. Erstmals wehrt sich damit ein Staat gegen die Aneignung von Pflanzen-Sorten, die über Generationen hinweg im eigenen Land entwickelt wurden. Indien ist eines der artenreichsten Länder der Welt mit ca. 2500 verschiedenen Sorten Auberginen. Monsanto versucht schön länger, auf den wichtigen indischen Markt zu drängen und hat dafür die gentechnisch veränderte Bt-Aubergine entwickelt. Gentechnisch veränderte Baumwolle wächst in Indien bereits großflächig. Aber es regt sich Widerstand:


http://www.spatzseite.com/2011/10/regieren-fur-den-%E2%80%9Eguten-zweck%E2%80%9C/#more-430

Regieren für den „guten Zweck“

8. Oktober 2011

Begonnen hatte es mit dem Vorschlag der britischen Aufforstungsfirma New Forests Company in Uganda, das Klimasschutzprogramm (Clean Air Programm) der UNO umzusetzen. Die Öffentlichkeit erfuhr, die in dem Gebiet wohnenden Menschen verließen das Land „friedlich“ und „freiwillig“. Die Menschen vor Ort erlebten es anders: “Ich hörte wie Menschen geschlagen wurden und kam heraus“ zitierte die New York Times am 22.9. einen Emmanuel Cyicyima: “Die Häuser wurden niedergebrannt.” Dabei sei ein achtjähriges Mädchen in den Flammen eines Hauses umgekommen.

Den Siedlern war mitgeteilt worden, ihr Land bis zum 28. II. 2010 zu räumen. Da sie sich weigerten, wurde immer wieder ein Haus angezündet. Dann kam der 28.2. und mit ihm das Militär, das alle Hütten niederbrannte. Nach Oxfam sollen über 20.000 Einwohner mit Gewalt vertrieben worden sein, um der britischen Firma zu ermöglichen, Teeplantagen anzupflanzen. Die Firma sagte, sie nähme die Vorwürfe der Siedler “extremely seriously” und würde “immediate and thorough” Nachforschungen anstellen. Die Regierung erklärte, die Siedler seien für einen guten Zweck ausgewiesen worden, sie hätten das Land außerdem illegal bewohnt, was die Siedler bestreiten. Verantwortlich war also niemand. Die Siedler haben alles verloren, einige fanden bei der Firma Arbeit und pflanzen nun für einen Hungerlohn Büsche. So etwas geschehe überall in Schwarzafrika mit der ärmsten Bevölkerung, sagt Oxfam. Das Kyoto-Protokoll und der damit verbundene Handel mit CO2-Emissionszertifikaten macht es möglich, Belastungen aus dem Klimaschutz in Entwicklungsländer auszulagern. Der guten Zweck? Die Firma verspricht sich mit ihrer Plantage jährliche Einnahmen von 1,8 Mio. $.

Und hierzulande? MdB Bosbach hatte mit einigen wenigen gegen die Erweiterung des „Rettungsschirms“ für Banken gestimmt. Das passte Herrn Pofalla nicht und er beschimpfte Kollegen Bosbach unflätig. Darüber berichteten die Medien. Nicht erfahren haben Sie die Rahmenbedingungen. Bosbach hatte auf Pofallas Beschimpfung geantwortet: “Ronald, guck doch bitte mal ins Grundgesetz (GG), das ist für mich eine Gewissensfrage” und daraufhin Pofalla: “Lass mich mit so einer Scheiße (das GG!) in Ruhe!” Er zeigte, was die politische Klasse im Grunde vom GG hält. Diesen Bezug  haben die Medien – soweit ich sehe – aus ihrer „Kritik“ am Verhalten Pofallas ausgeklammert. Logisch auch, dass die Grünen, genauer ihr früherer Vizekanzler Joschka Fischer und ihr jetziger Europaabgeordneter Werner Schulz, Verständnis für diese „Entgleisung“ haben.

Weiteres zum GG: Unsere Bundeskanzlerin erklärte  bei Günter Jauch am 25.9.: Weil wir, die Bürger über unsere Verhältnisse gelebt hätten, sei es zur Finanzkrise gekommen und deshalb müssten noch mehr Souveränitätsrechte an die EU-Bürokratie übertragen werden.  (Zur Begleichung der Spekulationsverluste) müsse die EU-Bürokratie mehr „Durchgriffsrechte“ erhalten. Wussten Sie, dass „die Griechen“ d.h. ihre Regierung mit Ihrem Rettungsschirmgeld in den USA 400 M1A1 Abram-Panzer und 100 andere Panzerfahrzeuge kauft, um die US-Wirtschaft zu stützen (siehe unter). Das mit den „Durchgriffsrechten“ ist zwar gegen das GG, aber was soll‘s. Schrittweise wird die „Transformation der Industriegesellschaft“ der Regierung mit Hilfe der Klimaretter Schellnhuber und Rahmstorf durchgesetzt – und zwar ausdrücklich auch gegen den Willen “des deutschen Volkes“. Bundestagsabgeordnete (bis auf 85 mutige) waren der gleichen Meinung. Brauchen wir teure Bundestagsabgeordnete, wenn die EU-Bürokratie 80% der Gesetze besorgt und nun auch weitgehend über den Haushalt entscheidet?

Der Papst zitierte in seiner Rede vor dem Bundestag den Satz des heiligen Augustin: “Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?” Deutliche Worte an die Adresse der Regierenden. Zur Erinnerung einige Sätze aus dem GG, nur etwas aktualisiert: 1. Die Bundesrepublik Deutschland war ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. 2. Alle Staatsgewalt ging schon früher kaum vom Volke aus. Sie wurde vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. 3. Die Gesetzgebung war an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung an Gesetz und Recht gebunden. Aber unverändert: 4. Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Sind wir inzwischen soweit?

Nun erdreistet sich  nach der Kandidatur Wladimir Putins die Bundesregierung in Russland Wahlbeobachter „in ausreichender Zahl“ zu fordern, damit die russische Präsidentenwahl am 4. III 2012 nach „demokratischen Grundsätzen“ ablaufe. Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich meinte im „Kölner Stadt-Anzeiger“, freie Wahlen seien in Russland nur bedingt möglich. Neue Parteien würden behindert, aussichtsreiche Oppositionspolitiker seien Schikanen ausgesetzt. Auch die freie Berichterstattung durch kritische Medien sei eingeschränkt. Schließt er von hier auf anderswo? Ist der hierzulande übliche mediale Rufmord an nicht systemkonformen Parteien oder ihr Totschweigen keine „Schikane“. Der FDP-Außenpolitiker Rainer Stinner meinte in der „Frankfurter Rundschau“, dass liberale und unabhängige Gruppen zur Wahl nicht zugelassen würden, sei ein Zeichen dafür, dass der russische Zug in Richtung Demokratie eher auf dem Abstellgleis stehe. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir fordert die russische Regierung auf, freie Wahlen zuzulassen, „die ihren Namen auch verdienen“. Besser „auf dem Abstellgleis“ als mit Volldampf in die Öko-Diktatur!

Und wo käme man hin, wenn man Politiker zur Rechenschaft ziehen würde? Frau Timoschenko hat hunderte Millionen € der Ukraine unrechtmäßig verpulvert und sitzt deshalb ein. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat etwas dagegen. Am 30.9. begründete er auf dem EU-Gipfel in Warschau die ablehnende Haltung der EU „Wir bringen unser Nichteinverständnis mit der selektiven Rechtsanwendung gegen Politiker in der Ukraine zum Ausdruck.“ Politiker wegen ihrer Politik zur Rechenschaft zu ziehen, gehört nicht zum westlichen Demokratieverständnis – wohl aus gutem Grund. Quelle2

Die Westliche Musterdemokratie, die USA, töten ohne Gerichtsverfahren z.B. in Pakistan, in Somalia, im Jemen gezielt Menschen. Jetzt traf eine US-Drohne in Jemen den radikale Prediger Anwar al-Awlaki und seine Begleiter. Der Angriff soll vom US-Justizministerium gebilligt worden sein. Außergerichtliche Hinrichtungen stellen eine krasse Verletzung der Menschenrechte (von 1948) dar, deren Erklärung selbst von den USA unterschrieben worden war. Fällt das Wort „Terrorist“, hört Recht auf. Wer die „freiheitliche“ Meinung der US-Herrschaft nicht teilt, ist „Terrorist“ – so einfach ist das.

Aber auch das gilt: In den USA blockieren seit Wochen zornige Bürger die Wall Street und protestieren gegen die Macht der Großbanken, die Verarmung der Massen und die Erosion der Bürgerrechte. Nachdem Demonstranten verprügelt und 700 festgenommen worden sind, haben sich hoch dekorierte Marines und Army-Veteranen, Offiziere und einfache Soldaten verabredet, nach New York und Washington zu fahren, nicht, um der Polizei zu helfen, sondern um sich vor die Demonstranten zu stellen. Quelle. In Portugal weigerten sich Polizisten nicht nur, gegen Protestierer vorzugehen, sondern reihten sich in die Demonstrationszüge ein. Sie würden nicht im Namen internationaler Großbanken auf ihre Mitbürger einprügeln. Ist das der Grund, weshalb die Bundeswehr als Berufsarmee weitgehend auf Türken und Russlanddeutsche zugreift, um solche Sympathiekundgebung von vornherein auszuschalten. Denn wo kämen wir hin, wenn…

Und warum das Ganze: FED Chairman Ben Bernanke gab am 4.10. dem Vereinigten Wirtschaftsausschuss des US-Kongress seine Einschätzung der US-Wirtschaft (und damit „des Westens“) bekannt. Sie sei „close to faltering,” (am Wackeln) und wenn Parlament und Regierung nicht handeln, könnte es zu einer „Rezession mit zwei Talsohlen“ kommen (nach einer den Banken abgekauften Pause geht’s es weiter runter). Die Regierung müsse dazu „in den Arbeitsmarkt, in Wohnungen, Gewerbe, Steuern und Regulierungen investieren.“ Vor einer Woche hatte er in Ohio von „Operation Twist“ gesprochen, von Plänen der FED für 400 Mrd. $ den Banken kurzfristige Papiere abzukaufen, um sie in langfristige umzuwandeln, d.h. um fiktive Werte vor dem Platzen “zu retten”. In wieweit das „riskante Investitionen ermutigen“ und so „die Wirtschaft ankurbeln“ soll, wird sein Geheimnis bleiben. Begründet hatte er das damals mit den Worten „Diese unsere Arbeitslosensituation ist wirklich eine nationale Krise… Wir haben jetzt seit ein paar Jahren fast 10% Arbeitslose. Von diesen sind etwa 45% seit über einem halben Jahr ohne Arbeit”. Die FED könne einiges tun, aber nicht alle Probleme lösen. Die Regierung solle die Situation ernst nehmen, und … fiktive Werte retten.

Robert David Steele, ein ehemaliger US-Geheimdienstler sagte im US-Sender RT News am 4.10. Die USA seien heute verzweifelter (more desperate) dran, als die Leute glauben. “Wir haben 22% Arbeitslose und sind auf dem Weg zu 30%. (Das sind andere Zahlen als die der FED.) Für mich ist es keine Frage, dass der kommende Winter für die USA sehr finster aussehen wird. “Es sei denn, die Regierung stellt ihre Integrität wieder her und beginnt sich wieder der allgemeinen statt der Sonderinteressen anzunehmen. Ich denke wir werden – sagte er in Hinblick auf den „Occupy Wall Street Protest” eine Art Revolution bekommen, zunächst noch ohne Gewalt aber mit dem Potential, gewalttätig zu werden. Zwar hätten die Protestler „alles von der Arbeitslosigkeit bis zu Global Warming angesprochen“, aber warnt Steele: “Dies sind keine dummen Leute. Sie sind schlau und verstehen, dass es im Grunde um die Korruption der Regierung und der Wall Street geht“. Einsichtige Worte.

Im Dezember 2007, während einer Konferenz in Washington DC über al Qaeda, hielt der ehemalige “State Department Coordinator for Counterterrorism” Daniel Benjamin eine Liste hoch. Auf ihr stand, was die USA tun könnten, um die Bedrohung durch al Qaeda zu reduzieren. Von einem Teilnehmer gefragt, ob dazu nicht auch die Zusage an die islamische Welt gehöre, dass die USA ihre Truppen aus Afghanistan und dem Irak zurückziehen, und ihren Krieg gegen diejenigen einstellen, welche gegen die US-Militärpräsenz seien. “Sie haben Recht”, sagte der, und fügte er hinzu, “aber wir können das nicht tun.” “Warum nicht?” “Weil wir dann den Familien der Soldaten, die in diesen Kriegen gestorben sind, sagen müssten, dass sie umsonst gestorben sind.” So schwindeln Regierungen auf allen Ebenen. Sie schieben gute Zwecke oder Rücksichtnahmen auf kleine Leute vor, um vom Marsch in die Transformation der Industriegesellschaft der 500 Mio. der dann noch Überlebenden abzulenken und die „demokratische Zustimmung“ der Desinformierten zu ergaunern.

Dagegen gibt Island ein gutes Beispiel. Das Land war eines der ersten Opfer mit Schulden von 900% des isländischen BIP, die von den 2003 neu privatisierten Banken und ausländische Investoren trickreich angehäuft worden waren. Die Regierung, die diese Schulden den 320.000 Bürgern aufhalsen wollte, wurde gestürzt. Die Initiative ging vom Volk aus und wurde von einer neuen Regierung unterstützt, die, anders als anderswo, ihren Bürgern nicht zugunsten der Finanzbranche in den Rücken gefallen ist.  Die Isländer wehrten sich gegen den Internationalen Währungsfonds und die EU-Bürokratie. Präsident Olafur Ragnar Grimsson weigerte sich, ein Gesetz zu ratifizieren, das Islands Bürger für die Schulden der Banker haftbar machen wollte. Trotz der Drohungen der „Völkergemeinschaft“, jeden Kredit zu sperren, sprachen sich 93 Prozent der Isländer gegen die Schuldenrückzahlung aus. Die Verantwortlichen der Finanzkrise wurden ausgeforscht und strafrechtlich verurteilt. Die Weigerung der Isländer, den internationalen Interessen des Finanzsektors nachzugeben, führte zu einer Befreiung des Staates aus den Klauen des Schuldensystems. Dass unsere Medien darüber nichts verlauten ließen, zeigt, wem sie dienen.

VORTRAG – Dienstag, 11.10. um 19:30 – „Das Ende des Geldes“

Aktionsradius Wien, Gaußplatz 11, 1200 Wien. 11. Oktober 19:30 Uhr. 5 €. Web

Herzliche Grüße
Eva KALENCZUK

eva@kalenczuk.at
http://kalenczuk.at