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Oh, ich fühle mich sehr angesprochen!! Kunst und Zivilcourage. Das ist die Kombination, auf die ich gewartet hab. Schon lange beschäftigen mich als langjährige Journalistin (derzeit anderer Job) positive Zugänge, um etwas in der Welt zu bewegen. So hab ich mich zuletzt als Good News Journalistin bezeichnet, wissend, welche Wirkung Worte und Nachrichten haben. Außerdem bin ich Auszeitcoach und hab einen Auszeitratgeber geschrieben. Ist schon ein paar Jährchen her. Aber es war wohl der Anfang von einer neuen Denkrichtung in Sachen Arbeit. Wie sehr definiert uns bezahlte Arbeit? Wie sehr lassen wir uns von diesem Teil des Lebens kaputt machen, fremdsteuern, dirigieren, weg von unseren Herzensanliegen. In Auszeiten kommen wir diesen Anliegen oft wieder näher. Und last but not least bin ich künstlerisch orientiert, sagen wir mal so. Derzeit ein wenig umtriebig in der neuen Handarbeitsszene, insbesondere dem Guerilla Knitting = Stricken und Zeichen setzen im öffentlichen Raum. Zuletzt bei der Frauendemo am Ring. Den haben wir eingestrickt. Habt ihr Lust mich kennenzulernen? Ich würde euch jedenfalls gern kennenlernen. Ich werde mich auf jeden Fall der stillen Revolution anschließen. Liebe Grüße und danke für eure Initiative

Christa

Kommentar vom 12.12.2010 zum Thema „Zivilcourage und WikiLeaks“

Wiki Leaks / Assange und Zivilcourage … Ja, gefühlsmäßig passt das natürlich voll (bin ja auch persönlich dafür). Aber ist investigativer Journalismus immer automatisch auch ein Akt der Zivilcourage? Ich denke, das ist eine Frage der Definition. Im Grunde ist Zivilcourage ja einfach das selbstständige Handeln auf eigenes Risiko, von Mut und Inspiration getragenes Unternehmertum also, im Gegensatz zum militärischen Gehorsam, wo einfach „nur“ Befehle auszuführen sind. Heute versteht man darunter auch das beherzte Einschreiten eines „Zivilisten“ insbes. zur Bekämpfung krimineller Handlungen, ohne selbst beteiligt zu sein (das wäre Notwehr) und ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein (der Polizist dagegen handelt ja in Befolgung eines gesetzlichen Auftrags, sein Handeln wäre also eher mit militärischem Gehorsam zu vergleichen). Ganz ähnlich das Begriffspaar „Retter im Gefahrenfall“ (= Zivilcourage) vs. Feuerwehrmann (= gesetzlicher Auftrag). Tja, und wo bleibt jetzt der investigative Journalismus, und vor allem: Wo liegt die Grenze zwischen Aufdecken und Vernadern? Und wie sieht die ethische / moralische Bewertung aus, wenn es zu einer Interessenkollision kommt (soll / darf / muss ich einen Freund, der z.B. staatsfeindliche Pläne hegt, den Behörden melden?) Persönliche Loyalität vs. Staatsräson wäre hier die Frage, aber es gibt natürlich auch noch ganz andere Konstellationen.

Gerfried Gutenstein

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