Reaktionen

11.6.2011

Name: christa.langheiter [at] aon.at
E-Mail: christa.langheiter [at] aon.at
Webseite: http://www.mut-zur-auszeit.at; www.klartext-schreiben.com
Nachricht: Oh, ich fühle mich sehr angesprochen!! Kunst und Zivilcourage. Das ist die Kombination, auf die ich gewartet hab. Schon lange beschäftigen mich als langjährige Journalistin (derzeit anderer Job) positive Zugänge, um etwas in der Welt zu bewegen. So hab ich mich zuletzt als Good News Journalistin bezeichnet, wissend, welche Wirkung Worte und Nachrichten haben.

Außerdem bin ich Auszeitcoach und hab einen Auszeitratgeber geschrieben. Ist schon ein paar Jährchen her. Aber es war wohl der Anfang von einer neuen Denkrichtung in Sachen Arbeit. Wie sehr definiert uns bezahlte Arbeit? Wie sehr lassen wir uns von diesem Teil des Lebens kaputt machen, fremdsteuern, dirigieren, weg von unseren Herzensanliegen. In Auszeiten kommen wir diesen Anliegen oft wieder näher.

Und last but not least bin ich künstlerisch orientiert, sagen wir mal so. Derzeit ein wenig umtriebig in der neuen Handarbeitsszene, insbesondere dem Guerilla Knitting = Stricken und Zeichen setzen im öffentlichen Raum. Zuletzt bei der Frauendemo am Ring. Den haben wir eingestrickt.

Habt ihr Lust mich kennenzulernen? Ich würde euch jedenfalls gern kennenlernen.
Ich werde mich auf jeden Fall der stillen Revolution anschließen.

Liebe Grüße und danke für eure Initiative
Christa

 

12.6.2011

Name: m.r.b.
Nachricht: liebe lygia,

über umwege kam die info zur stillen revolution am judenplatz zu mir. allein aus meinem privaten infowarrior info verteiler kamen 6 leute :-). danke fürs initieren. bitte unisono von meinen leuten – bitte wieder. hat allen gut getan. mir auch. 🙂

hab mich mal in eueren info verteiler eingetragen.

schreib mir mal wie das zivilcouragetraining ausgefallen ist.
das ist ein attraktives thema. dieses lacht mich an es auch zu tun – natürlich mit quervernetzung zu euch.

ich beobachte in meinem kreis ein langsames aufwachen, begleitet von fragen, die genau in so einem workshop, recht gut
individuell beantwortet werden können. mein hintergrund – personalentwicklung / training / deeskalation / teambildung etc.

ein sonniges wochenende wünsch ich dir.
martin

 

Von:     Dr. Ernst Seidel <president [at] europaeische-kulturstiftung.de>
Betreff:     AW: Museum für Zivilcourage und Kunst
Datum:     24. Februar 2011 18:34:04 MEZ

Sehr verehrte Frau Simetzberger!

Vielen Dank für Ihre Information zur Gründung eiens Zivilcourage Museums. Ihre Absicht ist zweifellos interessant, nur fürchte ich, dass die benötigten Mittel nur sehr schwer aufgebracht werden können, es sei denn Sie finden einen vermögenden Stifter der ein Faible für diese Idee hat. Eine Beteiligung unsererseits scheidet leider aus, da wir satzungsgemäss Gelder nur für eigene Initiativen verwenden dürfen. Bitte informieren Sie uns aber, wenn sich die Absicht verwirklichen lässt.

Mit freundlichen Grüssen Dr.E.Seidel

 

—-Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Lygia Simetzberger [mailto:giasimetzberger [at] gmail.com]
Gesendet: Donnerstag, 17. Februar 2011 13:36
An: president [at ] europaeische-kulturstiftung.de
Betreff: Museum für Zivilcourage und Kunst

Betrifft: Neugründung eines Museums für Zivilcourage und Kunst (MUZIKU)….

….

 

….

 

 

Essay 02 2011

Die Kunst der Unzuständigkeit

„Die oberste Pflicht eines Beamten ist, wenn möglich seine Unzuständigkeit einzuwenden.“ So lernte ich es einst, als ich nahe daran war, im sicheren Hafen einer Beamtenkarriere zu landen. Schmunzelnd gedenke ich dieser eindringlichen Belehrung, wenn ich in Kontakt mit Beamten trete, denn dieser Spruch scheint in der Tat das oberste Beamten-Credo zu sein. So vehement wird diese Maxime verteidigt, dass im Kundenkontakt übersehen wird, dass der Kunde gar keine Amtshandlung begehrt, sondern nur schlicht und einfach zweckdienliche Hinweise benötigt. Und dennoch verblüffte mich ein Handy-Anruf eines Wiener Magistratsbeamten, der das Konzept in Händen hält.

Wien könne für mich nichts tun, da sich der Vereinssitz im Burgenland befindet. Ich erwiderte: „…zur Zeit“, da ich den Verein in der Gründungsphase auf meinen Wohnsitz anmeldete. Steht der Vorstand, ist der Verein voll funktionsfähig, kann der Vereinssitz in Wien, Timbuktu oder aber auch in Kikeritspatschen sein. Kurzum, für meine Kontaktaufnahme in Wien ist er völlig belanglos, da jederzeit änderbar. „Oh ihr Kleingläubigen…“ wäre wohl das adäquate Bibelzitat. Sei’s drum.

Um korrekt zu sein, erwähne ich, dass ich von diesem Herrn darauf hingewiesen wurde, mich an die burgenländischen Kultureinrichtungen zu wenden und auf Bundesebene vorstellig zu werden. Jaja, gemach, ist auch geplant. Die sind offenbar seiner Meinung nach für mich „zuständiger“.

Da ich noch kein interkulturelles Projekt vorzuweisen habe, könne er mir auch erst weiterhelfen, wenn ein konkretes Projekt bereits vorliegt. Ja, das Übliche… Gegenfrage: „Kennen Sie KünstlerInnen, die Interesse an interkulturellen Projekten dieser Art hätten beziehungsweise dem Konzept entsprechen?“ gab es keine Antwort. Das ist meiner Meinung nach das einzige Skandalöse an diesem Gespräch. Über alles andere kann man ja wirklich nur schmunzeln. „Keine Sorge“, erwiderte ich, „sie werden sich schon finden!“

Fazit: Wo die Unzuständigkeit eingewendet wird, hört die Menschlichkeit auf. Aber es ist noch mehr – es ist ein Zeichen von Unwillen oder Unfähigkeit, sich mit dem eigentlichen Anliegen des Gesprächspartners auseinanderzusetzen. Vor allem, wenn es um kulturelle Inhalte geht. Ich kann es einfach nicht verstehen: Da ist ein Mensch, der für Arbeit auf dem kulturellen Sektor besoldet wird, der sicher ein ganzes Netzwerk von Kulturkontakten im Kopf hat (oder zumindest haben sollte) – und Auskunft zero.

Wenn ich das nicht tagtäglich erleben würde. Aber Leutln, seht ihr nicht, dass ist doch eine der Hauptursachen, warum die alte Welt bald in Schutt und Asche liegt?

Dieser Mangel an Bereitschaft, wirklich von Herzen zu kommunizieren.

Darauf zu achten, was ein Mensch tatsächlich will, sucht, braucht – kann doch nicht so schwer sein.

Einem Menschen auch weiterzuhelfen, wenn es nichts mit Amtshandeln und Zuständigkeit zu tun hat. Mehr als nur Dienst nach Vorschrift…

Das meine ich auch gar nicht nur auf Beamte gemünzt, denn das „Nicht meins-Syndrom“-erlebe ich auch in Tourismusbüros, in Supermärkten. Es ist immer und überall zugegen.

Wurschtigkeit, Faulheit, Angst? Was immer die Motive sind, positive können’s jedenfalls nicht sein.

Ich wünschte, Coaching für Beamte und Pädagogen würde als Pflichtfach eingeführt werden, und zwar solches Coaching, wie ich es – danke liebes Österreichisches Trainingszentrum für NLP – lernen durfte. Dann würden wir alle eine gemeinsame Sprache sprechen. Wir könnten uns alle mit Begeisterung für mehr konstruktives Miteinander und für eine Förderung der vorhandenen Potenziale nach bestem Stand in Wissenschaft und Praxis einsetzen und endlich, endlich Nägeln mit Köpfen machen.

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